Wie die Olympiade für Landwirte

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Arbeiten mit Traktoren: von links Martin Windolph (26) aus Edertal und Jan Niklas Paul (23) aus Burgwald bewiesen ihre fachliche Kompetenz.

Fritzlar. Vorbei ist es mit dem Stereotyp eines Landwirtes, der mit einem kleinen Trecker und ein paar Nutztieren arbeitet.

Die nordhessischen Landwirte von morgen sind beruflich kompetent und fachlich innovativ - und konkurrierten nun im ersten Vorentscheid des 32. Berufwettbewerbs der Deutschen Landjugend um die Möglichkeit, als Repräsentant der Landkreise Waldeck-Frankenberg, Kassel und Schwalm-Eder in den Landesentscheid einzugehen.

Unter dem Motto „Grüne Berufe sind voller Leben - Nachwuchs bringt frischen Wind“ wurden 131 landwirtschaftliche Berufs- und Technikerschüler in der Friedrich-Ebert-Schule in Fritzlar geprüft. Abgefragt wurde ihr theoretisches und praktisches Wissen für den Beruf des Land- bzw. Betriebswirts.

Optimal Düngermenge

Die Prüflinge zwischen 15 und 26 Jahren bestimmten in verschiedenen Stationen Samenarten, planten und bauten einen Metallhaken oder stellten in einem Fallbeispiel Traktoren für die optimale Düngermenge eines Feldes ein. Neben diesen Praxisaufgaben prüfte man in einem theoretischen Test das Allgemein- und Fachwissen der Teilnehmer. Zusätzlich bewerteten Prüfer aus Ausbildungsbetrieben in Waldeck-Frankenberg, Kassel und Schwalm-Eder die kurzen Vorträge der Schüler zu den Themen Tiergesundheit sowie zur Unterkunft in einem Fremdbetrieb.

Zwischen zehn Minuten und zwei Stunden dauerten die einzelnen Prüfungen. Die Aufgaben seien aber in der kurzen Zeit gut zu bewältigen: „Es wird nicht nur das fachliche Wissen, sondern auch die Kreativität der Schüler sowie ihre Zusammenarbeit selbst unter Zeitdruck getestet“, sagt der Vorsitzende des Regionalbauernverbandes Kurhessen, Adolf Lux. So seien die Traktoren der Praxisstation, in der die Prüflinge die Maschinen für die Düngermenge eines Beispiel-Ackers einstellen sollten, meist fremde Fahrzeuge für die Schüler. Je zwei Schüler arbeiteten zusammen an der Aufgabe. Wichtig sei den Prüfern, dass die Schüler zusammenarbeiten und gemeinsam ihr Wissen aus der Ausbildung zur Lösung der Aufgabe einsetzten.

Grüne Berufe im Trend 

Seit 2010 verzeichnet der Verband steigende Zahlen für landwirtschaftliche Berufe. Nicht nur Jugendliche aus Familienbetrieben entscheiden sich immer öfter für eine Ausbildung zum Land- oder Betriebswirt. „Das Berufsbild des Landwirts ist enorm und die Lehrbetriebe übernehmen sehr gerne die gut ausgebildeten Prüflinge“, stellt Adolf Lux fest. Der Wettbewerb zielt darauf hin, die vielfältigen Berufe in der Landwirtschaft aufzuzeigen und die Lust zur Weiterqualifikation zu wecken.

Veranstaltet wird der Berufswettbewerb vom Deutschen Bauernverband und dem Deutschen Landfrauenverband sowie der Schorlemer-Stiftung.

Weitere Informationen gibt es unter www.bdl.landjugend.info

Die Sieger des Wettbewerbs:

Für den Landesentscheid im Berufswettbewerb am 9. und 10. März in Bad Hersfeld haben sich folgende Schüler qualifiziert: Leistungsgruppe 1 (Berufsschüler):

1. Benjamin Beisecker, (Malsfeld-Sipperhausen)

2. Jan Geerken (Bremen)

3. Andreas Hartwig (Alheim)

4. Sören Schwarz (Adorf)

5. Marcel Arndt (Rodemann)

6. Thorsten Eichler (Wolfhagen)

7. Andreas Kröschel (Jesberg) Leistungsgruppe 2 (Technikschüler):

1. Thomas Breuer (Bad Wildungen-Braunau) und Tim Hilgenberg, (Bad Zwesten)

2. Christian Lüniger (Homberg-Welferode) und David Straßer (Neuental).

Quelle: HNA

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