Das ehemalige Homberger Amtsgericht ist eine Großbaustelle – Tag der offenen Tür

Operation Ärztehaus läuft

Noch viel zu tun: Die Handwerker und Planer wie Rüdiger Götze (links), Klaus-Dieter Gallo und Jochen Gontermann (rechts) haben in den nächsten Wochen im ehemaligen Amtsgericht noch jede Menge Arbeit. Am 1. Juli wird die erste Praxis dort eröffnen. Fotos: Yüce

Homberg. 12 000 Meter Kabel und Datenautobahn, zwei Aufzüge, energiesparende Fenster: Im ehemaligen Amtsgericht in Homberg arbeiten derzeit bis zu 40 Schreiner, Maler, Elektriker, Fliesen- und Fußbodenleger parallel. Viel Zeit bleibt ihnen nicht mehr: Am 1. Juli soll die erste Praxis im neuen Ärztehaus in der Obertorstraße – mitten in der Altstadt – eröffnet werden.

„Hier sieht man täglich große Fortschritte“, sagt Architekt und Bauleiter Jochen Gontermann bei einem Gang durch das Gebäude. „Es sind gewaltige Eingriffe in die Bausubstanz. Bedingt durch den Einbau von zwei Aufzügen und durch eine neue Nutzung der Räume“, erklärt er.

„Wir versuchen für Homberg eine optimale Lösung zu schneidern“, sagt Gontermann. Er zeigt sich überzeugt, dass das auch gelingen wird. Mit Dr. Thilo Menzer decke man die Bereiche Diabetologie, Dialyse, Innere Medizin und Nephrologie ab und mit Dr. Wolfgang Weber sei man in den Bereichen Gastroenterologie, Onkologie, Palliativmedizin und Innere Medizin gut aufgestellt. Außerdem gebe es Pläne für eine Röntgenabteilung in dem Gebäude.

Digital verbinden

Zudem wolle man sich digital mit medizinischen Fachzentren verbinden, um so die Patienten optimal zu versorgen. „Wir versuchen eine Komplettversorgung zu erreichen.“ Daher sei künftig auch eine Erweiterung denkbar. „Das ist noch eine Vision.“

Für Gontermann steht fest, dass man mit dem Ärztehaus in Homberg ansässigen Ärzten eine Perspektive biete. „Sie wandern nach der Krankenhausschließung durch Asklepios nicht irgendwohin ab, sondern bleiben in Homberg. Das ist ein großer Erfolg“, sagt Gontermann. „Schließlich gab es keine Garantie dafür, dass sie in der Stadt bleiben.“

„Das klappt.“

Jochen Gontermann

Der Ablaufplan ist für den Architekten und die Baufirmen straff geregelt. Alles muss jetzt Hand in Hand laufen. Deshalb hat sich Gontermann auch ein provisorisches Büro mitten in der Baustelle eingerichtet. An einer Wand hängen die Baupläne, an einer anderen der Zeitplan. „Wir sind gut dabei“, sagt er nach einem Blick auf die roten, grünen und gelben Striche.

Während die Fassade des Hauses bereits im neuen, gelben Farbton erstrahlt, sind drinnen manche Räume noch im Rohbauzustand, andere lassen bereits erkennen, dass sie mal ein Labor werden sollen. Die Arbeiten im Kellergeschoss liegen etwa 14 Tage hinter dem Erdgeschoss. So weit ist auch das Büro der Palliativmedizin im ehemaligen Gefängnis. Ob es mit der Eröffnung der Praxis von Dr. Weber zum 1. Juli klappt? „Das klappt“, sagt Gontermann.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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