Opfer des Raubüberfalls auf Spielhalle: "Ich dachte, gleich sticht er zu"

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Ort des Geschehens: In diese Spielhalle am Wolfhager Bahnhof drangen die beidern maskierten und bewaffneten Täter ein. Der Raubüberfall auf die Einrichtung dauerte offenbar nur wenige Momente, bevor die Männer flüchteten. 

Wolfhagen. Es war eine Nacht, die für die Opfer wohl nicht nur körperliche Spuren hinterlassen hat. Im Gespräch mit der HNA schildern zwei der drei Verletzten - die Angestellte und einer der beiden Gäste - wie sich der Raubüberfall aus ihrer Sicht abgespielt hat.

Aus Rücksicht auf die Opfer haben wir beide Personen anonymisiert.

Die 57-jährige Angestellte wirkt am Tag nach dem brutalen Überfall zwar relativ gefasst, doch die Frau aus dem Wolfhager Land sagt auch: „Ich dachte, einer der Täter sticht gleich mit dem Messer zu“. Erst nachdem einer der Männer sie geschlagen und mit einem Messer bedroht hatte, übergab sie den Schlüssel für die Kasse - und verhinderte dadurch offenbar Schlimmeres. Gut möglich, dass ihr dabei auch ihre zehnjährige Erfahrung als Mitarbeiterin in Spielhallen geholfen hat.

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Auch wenn es das erste Mal gewesen sei, dass sie überfallen wurde, sei ihr die potenzielle Gefahr in einer derartigen Einrichtung „sehr wohl bewusst, das ist ähnlich wie in Tankstellen“. Der Überfall werde sie sicher noch eine ganze Zeit beschäftigen. Am meisten macht sich die 57-Jährige Gedanken über die nächste Nachtschicht. Sie wolle noch vorsichtiger sein und die Tür zu späterer Stunde verriegeln, damit sie über die installierten Sicherheitskameras überprüfen könne, wer am Eingang stehe, sagt sie.

Den Eingang einer Spielhalle nie mehr betreten wird der 51-Jährige, der ebenfalls geschlagen und verletzt wurde. Zu groß sei seine Angst nach den Ereignissen des frühen Montagmorgens. Alles sei blitzschnell gegangen. Kurz nach Betreten des Raums hätte ein Täter zuerst ihn niedergeschlagen, als er der Angestellten helfen wollte.

Kurz darauf sei auch sein Freund am Spielautomaten neben ihm geschlagen worden. Parallel dazu räumte einer der maskierten Täter die Kasse aus, wenige Sekunden später seien die Männer dann zu Fuß in Richtung Bahnhofsgebäude geflüchtet. Besonders erschrocken habe ihn die „Brutalität und Aggressivität“, mit der die Männer vorgegangen seien: „Es ist furchtbar. Wenn man so etwas erlebt hat, bekommt man Angst“.

Bilder: Überfall auf die Spielhalle

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Eine Angst, die den Taxifahrer auch bei seiner Arbeit - ausschließlich Nachtschichten - noch länger begleiten werde. Auch wenn er nie wieder eine Spielhalle betritt.

Von Nicolai Ulbrich

Quelle: HNA

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