Trio wegen Vergewaltigung, Raub und Drogenhandel zu Haftstrafen verurteilt

Opfer sollte Lektion erfahren

Homberg/Kassel. Zwischen vier Jahren Gefängnis und Freispruch lagen vor dem Kasseler Amtsgericht die Forderungen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung im Prozess gegen drei Angeklagte aus Kassel, Dresden und Homberg. Richter Klaus Döll sah es am Ende als erwiesen an, dass die Drei im Mai 2011 einen 25-Jährigen mit einem Baseballschläger gequält und ihm ein Laptop geraubt hatten.

Es ging dabei nach seiner Überzeugung um Drogenschulden, denn der 25-Jährige war nach eigenen Angaben kokainabhängig, mit 10 000 Euro soll er in der Kreide gestanden haben. Zwei der Angeklagten waren seine Dealer.

Der Verlauf des Prozesses war langwierig und ungewöhnlich. Zunächst waren die drei Männer lediglich wegen gefährlicher Körperverletzung und Nötigung angeklagt gewesen. Später wurde ihnen schwere sexuelle Nötigung sowie Raub vorgeworfen.

Der 25-Jährige, der inzwischen unheilbar krank ist, hatte angegeben, das Trio habe ihm vor zwei Jahren einen Besuch abgestattet, ihn gebeten, Kaffee zu kochen und ihm dann sein Laptop abnehmen wollen. Als er dagegen protestierte, so seine Schilderung, sollen sie ihn auf das Sofa geworfen, ihm den Griff des Baseballschlägers rektal eingeführt und das Ganze fotografiert haben.

Staatsanwalt Karl-Heinz Ernst hatte keinen Zweifel an den Angaben. Der 37-jährige Angeklagte aus Dresden war in seinen Augen der Haupttäter, die anderen beiden lediglich dessen Helfer.

Nach Ansicht von Verteidiger Enrico Knaak hätte der 25-Jährige wegen seiner Drogengeschäfte auf der Anklagebank sitzen müssen, zudem sei der sich nicht sicher gewesen, ob Knaaks Mandant, der 34-jährige Homberger, überhaupt dabei war. „Keinerlei objektive Anhaltspunkte“ konnte Uwe Mosig, der den 37-Jährigen verteidigte, erkennen. Verteidiger Jens Waechtler stufte das Opfer als unglaubwürdig ein.

Richter Klaus Döll hatte hingegen „keine Zweifel an der Täterschaft“ des Trios. Die Angaben des 25-Jährigen seien „nachvollziehbar und glaubhaft“. Es sei an jenem Tag darum gegangen, Drogenschulden einzutreiben und dem 25-Jährigen „eine Lektion zu erteilen“. Das Urteil: drei Jahre und acht Monate für den 37-Jährigen, zwei Jahre und neun Monate für den 44-Jährigen und zweieinhalb Jahre für den 34-Jährigen. (pas)

Quelle: HNA

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