Starthilfe ruft Projekt der Stadtteilbeobachter ins Leben – bisher zehn Teilnehmer

Die Ordnung im Blick

Sorgen für Ordnung: Björn Borchert und Jürgen Kitzan beobachten das Geschehen in den Stadtteilen und kümmern sich dabei auch um den Schmutz an so mancher Straßenecke. Foto: Thiery

Homberg. Irgendwie fallen sie auf: Seit Anfang März laufen Männer in blauer Kleidung durch Hombergs Straßen und heben hier und da Unrat auf. Sie beobachten aber auch das Geschehen, machen Passanten auf kleinere Ordnungswidrigkeiten aufmerksam und zeigen Touristen den Weg zu den Sehenswürdigkeiten.

Stadtteilbeobachter nennen sich die Männer. Sie sind Teil eines Programms des Starthilfe-Ausbildungsverbundes und werden als Ein-Euro-Jobber vom Jobcenter bezahlt. „Das neue Projekt sieht es vor, in den Orten der Stadt aufzupassen, wo es vermehrt zu Vandalismus und Sachbeschädigungen kommt“, sagte Elke Junger, Geschäftsführerin der Starthilfe. Dabei gehe es besonders darum, an diesen Ort Präsenz zu zeigen.

Gute Resonanz

So beginnen die Männer ihren Gang morgens um sieben am Busbahnhof und machen auch die Schüler schon mal darauf aufmerksam, nicht bei Rot über die Ampel zu gehen. „Das tun sie allerdings nur innerhalb der Jedermannrechte“, sagte Elke Junger. „Wir wollen die Leute nicht maßregeln oder erziehen.“ Ausgebildet werden sie in Kursen, die von der Starthilfe gegeben werden. Unterstützt werden sie auch von der Polizei.

Zehn Personen nehmen an dem Programm teil, fünf Männer gehen im Schichtwechsel durch Homberg und fünf weitere sind in Schwalmstadt im Einsatz. Einige der Männer kommen aus dem Programm Objektschutz Schwalm-Eder, das im vergangenen Jahr eingestellt wurde. Das neue Projekt fördert auch Langzeitarbeitslose.

Jürgen Kitzan erzählt, dass er bislang gute Resonanz von den Anwohnern erhalten habe. „Viele haben uns angesprochen und finden es gut, manchen gebe es ein Sicherheitsgefühl“, sagte er. Neben den Brennpunkten wie am Busbahnhof drehen sie ihre Runden an den Efzewiesen, im Mühlhäuser Feld, am Marktplatz. Oft stellen sie im Stadtpark die verschleppten Bänke wieder an die richtigen Stellen und haben dort schon einmal flüchtige Hunde ohne Steuermarke eingefangen. Demnächst soll auch das Bahnhofsgebiet mit in die Routen einbezogen werden. „Das Projekt steht aber noch am Anfang, wir müssen noch Erfahrungen damit machen“, sagte Junger.

Mit im Boot sind auch die Kommunen. In Knüllwald und Borken ist das Projekt im Gespräch. Das Programm in Homberg und Schwalmstadt ist zunächst für ein Jahr befristet. (zty)

Quelle: HNA

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