Zwei Spender gaben 11 000 Euro für die Sanierung des Instruments in Waltersbrück

An der Orgel ist vieles original

Viel Geld für die Kirche: vorn Anja Kamolz, Irmhild Bruchhäuser, Ingrid Wiegand vom Kirchenvorstand und dahinter von links, Dekan Helmut Umbach, Jörn Kring (Evangelische Landeskirche), Dr. Bernhard Buchstab, Rainer Volkmann, Dr. Thomas Wurzel, Prof. Gerd Weiß, Pfarrer Reinhard Pflüger, Karl-Otto Winter. Foto: Thiery

Waltersbrück. Pfarrer Reinhard Pflüger freut sich schon, wenn zu Ostern die alte Barockorgel in der Waltersbrücker Kirche wieder erklingt. Bis dahin muss sie allerdings saniert werden, zurzeit ist die Orgel ausgebaut und wird auf Vordermann gebracht. Dafür sind 55 000 Euro eingeplant. Die Denkmalpflege und die Sparkassen-Kulturstiftung unterstützen die Sanierung mit je 5500 Euro.

Die Orgel ist das Herzstück der Kirche. Sie stammt aus dem Jahr 1788 und wurde von Johannes Schlottmann aus Friedewald gebaut. 450 Orgelpfeifen geben dem Instrument seinen Klang. Sie sei etwas Besonderes, weil sie im Originalzustand und besonders gut erhalten sei, erklärte Dr. Bernhard Buchstab von der Denkmalpflege in Hessen.

Trotz zweier Umbauphasen besitze sie noch erhebliche Teile vom Orgelbauer Schlottmann. Zurzeit werden die Pfeifen restauriert, die Dichtungen erneuert, Verschleißteile und Blasebalg ausgetauscht, sagte der Orgelspezialist der hessischen Denkmalpflege.

Das Amt fördert zusammen mit der Sparkassen-Kulturstiftung die Sanierung historisch wertvoller Orgeln. Voraussetzung ist, dass sich die Gemeinde an den Kosten beteiligt. „Dafür haben wir gespart, Feste veranstaltet und sammeln Spenden“, erklärte Irmhild Bruchhäuser vom Kirchenvorstand. Diese Initiative zeige, dass die Gemeinden ihre Kirche auch wollen, sagte Dr. Thomas Wurzel von der Kulturstiftung der Sparkasse. Orgeln seien Klangdenkmäler und deren Erhalt deshalb besonders fördernswert, fügte Prof. Gerd Weiß, Leiter der Denkmalpflege in Hessen hinzu. Dekan Helmut Umbach findet, dass Kirchen die Gemeinschaft fördern und Heimatgefühl und Solidarität vermitteln. Das wolle auch die Sparkasse unterstützen und habe deshalb mit der Kulturstiftung Hessen-Thüringen das Programm gegründet, sagte Karl-Otto Winter, Vorstand der Kreissparkasse Schwalm-Eder.

Die Orgeln werden meist am Schluss einer Kirchensanierung repariert, so auch in Waltersbrück. In den vergangenen Jahren wurden Turm und Dach der Kirche saniert und Schallschutzfenster eingebaut, weil die Kirche direkt an der Bahnstrecke liegt. Dieses Jahr wird nun der Innenraum saniert.

Neue Heizung

Die Elektrik wird erneuert, es wird eine neue Heizung eingebaut und die Rigipsdecke abgerissen, Wände und Decke nach historischem Vorbild wieder hergestellt.

Allein für den letzten Bauabschnitt sind mit Orgelsanierung 240 000 Euro eingeplant, sagte der Referatsleiter der ev. Kirche, Jörn Kring. Die Landeskirche beteiligt sich mit 27 500 Euro an der Renovierung. (zty)

Quelle: HNA

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