Stefan Becker erzählte in der Burgsitzschule eine Geschichte aus tausendundeiner Nacht

Orientalisches in der Turnhalle

Rein ins Zelt: Stefan Becker vom Kasseler Spielraumtheater erzählte den Grundschülern der Burgsitzschule, hier im Bild Kinder der 2. Klasse, die Geschichte von Hasib Karim-ed-Din und der Schlangenkönigin. Foto: Kamisli

Spangenberg. Salem aleikum: Stefan Becker vom Kasseler Spielraumtheater begrüßt die Jungen und Mädchen der Burgsitzschule und bittet sie in sein Zelt, das mitten in der Turnhalle steht.

Von außen sieht es aus wie ein überdimensionaler Koffer, die Einrichtung hat allerdings nichts von einem Gepäckstück. Die Kinder tauchen ein in die Welt aus tausendundeiner Nacht. Sie setzen sich auf die roten Polster, bestaunen die Lampen, Teller und Tischchen mit denen das Zelt dekoriert ist. Becker, der selbst aussieht als käme er geradewegs aus dem Orient, nimmt auf seinem Hocker Platz und beginnt mit leiser Stimme die Geschichte von Hasib Karim-ed-Din zu erzählen.

Einem Jungen, der nicht lesen, schreiben und schon gar nicht rechnen lernen will. Seine Mutter schickt ihn zur Lehre beim Goldschmied und beim Töpfer – ohne Erfolg. Letztlich landet er bei den Holzfällern. Diese hintergehen den Jungen und sperren ihn in eine Zisterne, in der Hoffnung, dass er darin zu Grunde geht.

Seiner Mutter erzählen sie, dass ihr Sohn von einem Wolf gefressen worden sei. Doch Hasib Karim-ed-Din überlebt, trifft die Schlangenkönigin, die ihn reich belohnt, kehrt zu seiner Mutter zurück und verzeiht am Ende sogar den Holzfäller, die ihm so übel mit gespielt haben. Die Schüler hören gespannt zu, wie Becker die habgierigen Holzfäller und die besorgte Mutter imitiert. Sie kichern, fiebern mit und haben eigene Ideen, wie es wohl weiter gehen könnte.

Becker, der seit 30 Jahren Theater macht, lässt allein durch seine Stimme und die Atmosphäre im Zelt Bilder in den Köpfen der Kinder entstehen. Doch die Geschichte „Hasib Karim-ed-Din und Schlangenkönigin“ soll die Jungen und Mädchen nicht nur unterhalten, sondern zeigen, dass auch vor 1000 Jahren Verzeihen manchmal die einzige Lösung war und dass sich daran bis heute nichts geändert hat.

Von Barbara Kamisli

Quelle: HNA

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