Ortsbeirat Beuern schlägt Verkauf des Dorfgemeinschaftshauses vor

Dorfgemeinschaftshaus und Feuerwehrgerätehaus: Beide könnte man verkaufen, finden der stellvertretende Ortsvorsteher Heinz Wicke, Ortsvorsteherin Erika Carstensen-Bretheuer und die Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Tatjana Queckbörner (von links). Foto: Féaux de Lacroix

Beuern. Dorfgemeinschaftshäuser sind oft nicht richtig ausgelastet, verursachen aber hohe Kosten. Bewohner des Felsberger Stadtteils Beuern haben sich Gedanken gemacht, wie man das Problem lösen könnte.

Aus vier mach eins - so könnte man das Konzept auf den Punkt bringen, das der Ortsbeirat Beuern in Zusammenarbeit mit dem Verein Dorfgemeinschaft Beuern ausgearbeitet hat. Die Idee: Anstatt vier alte Gebäude zu unterhalten, könnte die Stadt ein neues, kleineres Dorfgemeinschaftshaus bauen und die alten Gebäude zum Teil verkaufen oder abreißen.

„Wir haben schon vor drei Jahren angefangen, uns Gedanken zu machen“, sagt Ortsvorsteherin Erika Carstensen-Bretheuer. Die Stadt hatte das Dorf damals aufgefordert, sich ein Nutzungskonzept für die städtischen Gebäude zu überlegen.

Derzeit gibt es in Beuern drei städtische Gebäude - das neue und das alte Feuerwehrgerätehaus sowie das Dorfgemeinschaftshaus. Hinzu kommt das Schützenhaus, das der Schützenverein dem Verein Dorfgemeinschaft Beuern überlassen hat. „So viele Gebäude können wir gar nicht nutzen“, sagt Erika Carstensen-Bretheuer, Ortsvorsteherin der rund 200 Einwohner von Beuern.

Natürlich muss auch in Beuern die Theatergruppe proben, die Tischtennismannschaft trainieren und so weiter. „Dafür brauchen wir ein Haus in Beuern, das ist unbestritten“, stellt Tatjana Queckbörner, Vorsitzende der Dorfgemeinschaft, klar.

Doch die bestehenden Gebäude seien nicht richtig ausgelastet - ein einziges Haus würde für die Vereinsaktivitäten genügen. Das Dorfgemeinschaftshaus sei renovierungsbedürftig, schlecht isoliert und zu groß, erklärt Carstensen-Bretheuer. „Wir wollen nicht, dass uns hier alles unter den Händen verfällt. Das Dorf muss attraktiv bleiben.“

Anstatt viel Geld in eine Sanierung des DGH zu stecken, sei es deshalb möglicherweise sinnvoller, das Gebäude zu verkaufen - zusammen mit dem Feuerwehrgerätehaus, das bald auch nicht mehr benötigt wird (siehe Hintergrund). „Wir sind hier unmittelbar an der Autobahn, der Standort ist für Kleingewerbe gut geeignet“, sagt der stellvertretende Ortsvorsteher Heinz Wicke. Das Gerätehaus einzeln zu verkaufen, kommt aus Sicht des Ortsbeirats nicht infrage: Damit würde das benachbarte Grundstück rund ums DGH so stark beschnitten, dass dort nicht einmal mehr Kinder spielen könnten.

Auch in das Schützenhaus müsste viel Geld investiert werden, um es weiter nutzen zu können, sagt Queckbörner.

Stattdessen könnte man ein neues, kleineres Gebäude bauen, dessen Unterhalt weniger kostenintensiv wäre als bei Schützenhaus und altem DGH. Denkbar sei auch, dass der Verein Dorfgemeinschaft die Trägerschaft für das neue DGH übernimmt. Standort für das neue Gebäude könnte der Dorfplatz sein.

Selbstverständlich sei der Vorschlag nur dann umsetzbar, wenn die Stadt damit auf lange Sicht tatsächlich Kosten sparen könne, betonen Ortsbeirat und Dorfgemeinschaft. Sie fordern lediglich, dass die Stadt ihren Vorschlag prüft: „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, sagt Wicke.

Das sagt der Bürgermeister

„Ich finde die Initiative aus Beuern gut“, sagt Felsbergs Bürgermeister Volker Steinmetz auf HNA-Anfrage. Es sei positiv, dass die Bewohner des Ortes sich ihre eigenen Gedanken gemacht hätten. Es sei ein konstruktiver Vorschlag, den die Stadt prüfen werde. Man müsse verschiedene Varianten vergleichen um zu sehen, welcher Weg wirtschaftlich am sinnvollsten sei. „Entscheiden müssen am Ende natürlich Magistrat und Stadtverordnetenversammlung.“ Dass sich ein Käufer für die alten, städtischen Gebäude in Beuern findet, halte er nicht für ausgeschlossen, sagt Steinmetz: „In Neuenbrunslar haben wir ja auch einen Käufer für die Alte Schule gefunden.“

Hintergrund

Das alte Feuerwehrgerätehaus in Beuern gegenüber der Kirche wird nicht mehr benötigt, seitdem es den Neubau unmittelbar neben dem Dorfgemeinschaftshaus gibt. Es könnte verkauft - oder, wenn das nicht möglich ist, abgerissen werden, schlägt der Ortsbeirat vor. Doch auch das neue Feuerwehrgerätehaus ist bald überflüssig, wenn die Feuerwehren im Felsberger Hochland zusammengelegt werden. Gemeinsamer Standort der Feuerwehren soll dann Hilgershausen sein, Beuern würde also kein eigenes Gerätehaus mehr benötigen.

Quelle: HNA

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