Volkshochschule und Berufsschule bieten Kurse für Metall- und Elektroberufe an

Ortsnah zum Meistertitel

Qualifizierte Fachkräfte sind gesucht: Volkshochschule Schwalm-Eder und Friedrich-Ebert-Schule in Fritzlar wollen nach gut zehnjähriger Pause wieder Kurse zum Industriemeister anbieten für die Bereiche Metalltechnik, Mechatronik und Elektrotechnik. Foto: dpa

Fritzlar/Homberg. Wer seinen Industrie-Meister machen will in den Bereichen Metalltechnik, Mechatronik und Elektrotechnik, muss zum Unterricht nicht mehr weit bis Northeim oder Frankfurt fahren. Er kann die Ausbildung ab Herbst wieder im Schwalm-Eder-Kreis absolvieren. Neben seiner Arbeit, angepasst auch an möglichen Schichtdienst.

„Im Landkreis gibt es eine lange Tradition der Meisterausbildung, auch für Industrieberufe“, sagte bei der Vorstellung der Pläne Franz Drescher, Leiter der Kreisvolkshochschule (vhs). Erst vor zehn Jahren habe man damit aufgehört. Wer seitdem die Zusatzausbildung machen wollte, musste weit fahren.

„Da hatten die Interessenten aus dem Landkreis echte Nachteile“, bestätigte Richard Koch, Mitglied des Prüfungsausschusses der Industrie- und Handelskammer (IHK).

Nachfrage steigt

Um wieder bessere Bedingungen für die Nachwuchskräfte anbieten zu können und weil die Nachfrage nach Fachkräften und Meistern in den metallverarbeitenden Betrieben in der Region wächst, haben sich Volkshochschule und Friedrich-Ebert-Schule in Fritzlar zusammengetan. Ab Herbst 2014 soll es die berufsbegleitenden Meisterkurse wieder geben – Unterrichtsort: Fritzlar.

Im Vorlauf ist zunächst ein sogenannter ADA-Lehrgang geplant. ADA steht für „Ausbildung der Ausbilder“, ihn muss jeder machen, der mit Ausbildung etwas zu tun hat im Betrieb. „Er ist der Lernorganisator im Betrieb“, sagt Fachlehrer Dirk Beyer, der Mathe und Maschinenbau unterrichtet.

Dieser ADA-Schein betrifft alle Berufe und ist für eine Ausbildungstätigkeit in einer Firma erforderlich.

An den ADA-Kurs angelehnt sein soll der neue Meisterkurs. Eine Informationsveranstaltung ist für den 28. Februar in der Friedrich-Ebert-Schule geplant. Dort erfährt man alles über die Anforderungen, Dauer, zeitliche Belastung, Organisation und die Finanzierungsmöglichkeiten, zum Beispiel über BaföG.

„Ein Kurs umfasst rund 1000 Stunden Unterricht“, sagt Franz Drescher. Das könne man neben dem Beruf in zwei bis zweieinhalb Jahren schaffen, zum Beispiel zweimal nachmittags vierstündig (bei Frühschicht) und samstags sechsstündig.

Ziel sind zwei neue Meisterklassen, entsprechend der Schichtarbeit. Die Lehrkräfte kommen aus dem großen Pool von Volkshochschule und Berufsschule, Unterrichtsort ist die Fritzlarer Schule. „Dort können wir bei Bedarf auch alle praktischen Ausbildungsangebote nutzen“, betont Beyer.

Er und Drescher hoffen auf viele Interessenten, denn die prosperierenden Betriebe brauchten qualifizierte Mitarbeiter mit Weitblick und kaufmännischer Ausbildung. Und für viele Arbeitnehmer sei diese Fortbildung ein Garant für einen sicheren Arbeitsplatz mit guten Aussichten. • Informationstag: Freitag, 28. Februar, 15 Uhr, Friedrich-Ebert-Schule Fritzlar, Raum 8. • Weitere Informationen bei der vhs in Homberg, Tel. 05681/775404 (Franz Drescher) oder per Mail an vhs@schwalm-eder-kreis.de

Von Ulrike Lange-Michael

Quelle: HNA

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