Ortsumgehung Felsberg: Baurecht im Sommer 2014 möglich

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Sie wollen nicht mehr warten: Im Juli demonstrierten Felsberger für einen sofortigen Bau der Ortsumgehung. Nun hofft Bürgermeister Volker Steinmetz auf Baurecht im kommenden Sommer.

Felsberg. Für die Felsberger Ortsumgehung könnte im Sommer 2014 Baurecht geschaffen werden. Das gab Bürgermeister Volker Steinmetz am Mittwochabend bei einer Informationsveranstaltung im Bürgersaal bekannt.

Voraussetzung hierfür sei, dass Hessen Mobil der Stadt die Untersuchungsergebnisse zu Verkehrsaufkommen, Lärmbelastung und Umweltschutz vorlege. Das solle im Oktober geschehen. Einen Teil der Ergebnisse präsentierten Peter Wöbbeking und Simone Putscher von Hessen Mobil sowie Annette Möller von der Biologischen Planungsgemeinschaft am Mittwochabend vor einem erstaunlich kleinen Publikum. Nur rund 70 Zuhörer waren gekommen.

Bei den Anwesenden sorgte das für Unverständnis: "Das ist ein so wichtiges Thema für Felsberg und trotzdem sind nur drei Stadtverordnete und zwei Stadträte erschienen", sagte ein Felsberger. "Das ist empörend und widerlich."

Kritik an geplanter Trasse

Enttäuscht äußerten sich die Zuhörer auch darüber, dass die drei Landtagskandidaten von CDU, SPD und FDP, Mark Weinmeister, Günter Rudolph und Nils Weigand, nicht gekommen waren und auch keine Vertreter geschickt hatten. Der Einladung gefolgt waren hingegen Dr. Bettina Hoffmann (Grüne), Markus Opitz (Freie Wähler), Jochen Böhme-Gingold (Linke) und Marcel Duve (Piraten) siehe hierzu "Das sagen die Landtagskandidaten".

In der Diskussion wurde deutlich, dass viele Felsberger dem Bau der Ortsumgehung in der geplanten Form skeptisch gegenüber stehen. Sie sorgten sich zum Beispiel um die Drei-Burgen-Schule, deren Schüler nach dem Bau der Ortsumgehung stärkerem Lärm ausgesetzt sein könnten. Lärmschutz sei nicht vorgesehen, erklärten die Vertreter von Hessen Mobil.

Auch eine Ampel sei bislang nicht geplant um den Schulkindern das Überqueren der Straße zu erleichtern, werde man die Fahrbahn im Bereich Ederweg aber zweiteilen. In diesem Zusammenhang kritisierte eine Zuhörerin, dass kein Vertreter der Schule zu der Versammlung erschienen war.

Landwirt Ludwig Fenge merkte an, dass die geplante Teilumgehung für viele Felsberger keine Entlastung bringe, etwa für die Anwohner des Steinwegs. Er wollte wissen, warum man die Trasse nicht noch einmal überdenken könne auch, weil die geplante Straße landwirtschaftliche Flächen durchschneide und unnutzbar mache. Fenges Tochter Frauke regte deshalb an, vorhandene Wege für die Umgehungsstraße zu nutzen, anstatt weitere Flächen zu versiegeln. Simone Putscher von Hessen Mobil räumte ein, dass die gewählte Trasse "nicht das Nonplusultra" sei, aber "die nachhaltigste und vernünftigste Variante".

Gegen den Bau einer Umgehungsstraße sprach sich Karl Meyfarth (DFB) aus. Stattdessen solle man ein Durchfahrtsverbot für Lkw verhängen.

Das sagen die Landtags-Kandidaten

Als unseriös bezeichnete Dr. Bettina Hoffmann (Grüne) den Vorschlag der Landesregierung, Felsberg solle den Bau der Ortsumgehung vorfinanzieren. Das sah Markus Opitz (Freie Wähler) ähnlich. Er ermutigte die Felsberger, selbst aktiv zu werden: In Grifte etwa habe eine Bürgerinitiative in einem vergleichbaren Fall viel bewirkt. Marcel Duve (Piraten) begrüßte es, dass die Felsberger über den Stand der Planungen informiert wurden und forderte, dass das Verfahren auch weiterhin transparent bleiben müsse. Jochen Böhme-Gingold (Linke) forderte, dass beim Bau der Straße auch die Sicherheit der Schulkinder gewährleistet sein müsse – etwa durch eine Ampel, die das Überqueren der Straße erleichtere. Die Vertreter von CDU, SPD und FDP fehlten.

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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