Osterausfahrt des Maschinenrings: Mit tuckernden Motoren auf den Hohen Meißner

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Startklar: von links Carl-Heinz Kehr, Roland Zeidler, Burghard Kehr, Volker Papenhagen, Dieter Fey, Matthias Kehr versammelten sich zur Osterausfahrt auf den Hohen Meißner.

Spangenberg. Seit 28 Jahren treffen sich die Mitglieder des Historischen Maschinenrings Spangenberg jedes Jahr zur Osterausfahrt. Diesmal gings zum Hohen Meißner.

Von Anfang an dabei ist Walter Hubenthal, das älteste Mitglied des Maschinenrings.„Das Schönste überhaupt ist, nach einem langen Winterschlaf den Schlepper wieder in Gang zu setzen und die langsame, tuckernde Fahrt durch die Natur zu genießen“, sagte der 74-Jährige am Ostersamstag vor dem Start zur Rundfahrt.

Etwa 15 Mitglieder hatten sich getroffen, um mit tuckernden Motoren das Osterfest einzuläuten. Doch das brauchte bei den alten Maschinen etwas Vorlauf: „Aufnahmebedingung für den Ring ist, dass die Schlepper mindestens 30 Jahre alt sind“, sagte der Organisator der Osterfahrt Carl-Heinz Kehr. Und die älteren Maschinen müssen, bevor sie starten können, erst einmal vorglühen bis sie „rotwarm“ sind. Was das bedeutet, erklärte Hubenthal: „Um den Motor zu starten, muss mit einer Heizlampe der Sprit im Glühkopf des Schleppers erhitzt und dann mit dem Lenkrad der Motor angekurbelt werden.“

Dies könne je nach Temperatur des Glühkopfes einige Minuten dauern, weshalb bei manchen Schleppern der Motor in der Wartezeit bis zum Start der Tour weiterlaufen musste. „Sonst hätten wir die vielleicht nicht mehr anbekommen und säßen noch in ein paar Stunden hier“, sagte Kehr mit einem Augenzwinkern. Manche der Maschinen haben schon eine lange Reise hinter sich - so auch die Lanz 460 von Kurt Schäfer. „In Deutschland war dieses Modell schnell ausverkauft und nach Afrika exportiert worden, um dort mit der Motorkraft Wasser zu pumpen“, erzählte der Niedergudener. Später haben die Holländer die Maschinen wieder angekauft und nach Deutschland gebracht - und so ist auch Schäfer an sein Lieblingsstück geraten.

Neben den Mitgliedern des Maschinenrings hatte sich auch das Ehepaar Walter und Helga Bläsen aus Ettingshausen in Spangenberg eingefunden. „2004 verkaufte Kehr uns unseren Schlepper und seitdem freuen wir uns immer wieder auf die Tour“, sagte Helga Bläsen. Dazu reisen die beiden jährlich aus dem Westerwald an. „Wir fühlen uns hier immer wie zu Hause“, sagte Bläsen. (zns)

Quelle: HNA

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