Osterbach: Braun nach 25 Jahren Schulleitung in Ruhestand

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Mitten unter den Schülern: Der Schulleiter der Osterbachschule Robert Braun geht in Ruhestand. Bei ihm sind die Schüler Jan Borckhammer, Jannik Schmidt, Yasmin Aly, Luca Felder, Mika Beyer, Michelle Schulek und Jean-Pierre Schuchhardt.

Homberg. Wenn Mika Beyer ein Pflaster braucht, geht der Schüler der Osterbachschule im Zweifel zu seinem Schulleiter Robert Braun. Der ist zwar meist sehr beschäftigt, aber wenn es geht auch für Kleinigkeiten im Schulalltag da.

"Kinder brauchen Zeit und Raum", lautet das Motto des Schulleiters, der mit Ende dieses Schuljahres in den Ruhestand geht und am Freitag verabschiedet wird.

Und viel Zeit hat der 65-Jährige seinen vielen Schülern in den vergangenen 25 Jahren gewidmet, wenn auch meist in organisatorischer und verwalterischer Hinsicht. Seit 1988 leitete Braun die Schule, arbeitete an deren Entwicklung. "Ich war mit Leib und Seele Schulleiter", erzählt er. Die Schule trägt seine Handschrift. Er war oft Vorreiter in schulischen Angelegenheiten. Gerade jetzt ist die Osterbachschule wieder Pilotschule für Inklusion.

Als Braun seine Stelle antrat, hatte sie 250 Schüler, zehn Jahre später waren es 418. Dieser Herausforderung musste er sich stellen. Die vielen Aussiedler im Osterbach hatten das Schulbild verändert. Sprachförderung, Integration und Hausaufgabenbetreuung waren neue Aufgaben. Dazu war es Braun ein Anliegen, die Arbeit der Schule sichtbar zu machen. Die Präsentation nach außen und auch ein Leitbild für Kollegium, Schüler und Eltern vereinten die Gemeinschaft und halfen, Ziele vereint zu verwirklichen. " Heute sind viele Eltern alleinerziehend, oder beide arbeiten. Das braucht eine neue Grundschule", meint Braun. Dazu habe die Zahl der verhaltensauffälligen Kinder zugenommen. Schule müsse eine Antwort darauf geben. Mittlerweile hat die Osterbachschule ein Ganztagsangebot, ab nächstem Jahr sogar von 7.30 Uhr bis 17 Uhr. Doch so ganz ist Brauns Ziel damit noch nicht erreicht; sein Traum ist eine verbindliche Ganztagsschule, in der sich die Schüler in aller Ruhe und mit viel Zeit entwickeln können.

Vorbild sind für ihn die schottischen Schulen, eine Delegation besuchte sie vor sechs Jahren. Von dort brachte sie die "Goldenen Regeln" mit. Sie sind ein Belohnungssystems, das die Stärken der Kinder fördert und ihnen Tugenden wie Toleranz und Höflichkeit beibringt. Ein bisschen sind sie Teil der Schulkultur geworden: Konsequent, liebevoll und gerecht, so sollte Erziehung nach Brauns Vorstellung sein.

Seinen Traum wird er im Auge behalten. Als Vorsitzender des Fördervereins "Kinderfreundlicher Osterbach" wird er weiter schulische Belange verfolgen, den Umbau des Schulhofs vorantreiben, so auch einen milden Abschied von seiner Lebensaufgabe haben und das etwas mulmige Gefühl, das ihn mit Blick auf den Ruhestand begleitet, etwas mildern können.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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