Veranstaltungen sollten angemeldet werden – nur unbehandeltes Holz verwenden

Osterfeuer, aber richtig!

Schwalm-Eder. Der Winter lässt sich wohl nur noch durch ein ordentliches Feuer vertreiben. An Ostern werden daher vielerorts nach altem Brauch Holzstöße angezündet, und es wird gefeiert. Allerdings gibt es dabei einiges zu beachten, wenn die Freude ungetrübt bleiben soll.

Alle Osterfeuer sollten bei den Ordnungsämtern der Kommune angemeldet werden, rät Kreisbrandinspektor Werner Bähr. Wenn die Feuerwehr gerufen werde und ausrücken müsse, weil die Veranstaltung nicht bekannt sei, könne das für den Veranstalter teuer werden. 500 bis 1000 Euro würden möglicherweise in Rechnung gestellt.

Dr. Klaus Lambrecht, der Leiter der Unteren Naturschutzbehörde, legt Wert darauf, dass in den Flammen ausschließlich unbehandeltes Holz und kein Sperrmüll aufgeht. Die Stapel mit dem Brennmaterial sollten erst wenige Tage vor dem Osterfeuer aufgestapelt werden. Wenn Holz und Sträucher schon vor längere Zeit aufgeschichtet worden seien, könnten Igel dort ihr Winterquartier oder Vögel ihre Nester gebaut haben.

Kontrollen, dass solche Regeln eingehalten werden, gibt es aber selten. In Melsungen ging das Ordnungsamt im vergangenen Jahr einem Hinweis nach, dass das Material für ein Osterfeuer auch aus Sperrmüll bestand. Der Veranstalter sei aufgefordert worden, den Abfall zu entfernen, berichtete Roland Schmidt, der Leiter des Melsunger Ordnungsamtes. Umfassende Kontrollen sei aus personellen Gründen nicht zu leisten. In Melsungen sind sieben Osterfeuer angemeldet worden.

Im Südkreis ist der Brauch der Orterfeuer weniger verbreitet. Es sei lediglich für eine Veranstaltung (in Allendorf) eine Genehmigung beantragt worden, berichtet Doris Heinmüller, die Leiterin des Schwalmstädter Ordnungsamtes. Vorsorgliche Kontrollen seien nicht zu leisten, sagt auch Helmut Wagner vom Homberger Ordnungsamt. Sie seien auch wenig sinnvoll, weil nachträglich doch noch Abfall auf dem Holzstoß laden könne. Vor einigen Jahren habe man nach Hinweisen aus der Bevölkerung ein Osterfeuer untersagt, wo lediglich Unrat verbrannt werden sollte. Für Homberg sind in diesem Jahr drei Osterfeuer angemeldet worden.

Kreisbrandinspektor Werner Bähr rät, beim Anzünden keine Brandbeschleuniger wie Benzin zu verwenden. Zu bewohnten Gebieten sollte ein Abstand von 100 Metern, zu Wäldern von 50 Metern eingehalten werden.

Bähr: „Generell sollte man auch bei Osterfeuern gesunden Menschenverstand walten lassen.“ Das gelte insbesondere, wenn starker Wind aufkomme. Dann sollte auf das Feuer verzichtet oder deutlich kleiner gehalten werden. Kinder sollten bei solchen Veranstaltungen gut beaufsichtigt werden.

Von Heinz Rohde

Quelle: HNA

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