Bei Schäfer Mario Schmelz in Kehrenbach haben junge Schafe gerade Hochsaison

Ostern mit 33 Lämmern

Lämmchen: Schäfer Mario Schmelz mit dem zwei Wochen alten Bock Franziskus. Das Mutterschaf – eine Graue Gehörnte Heidschnucke – lässt seinen Nachwuchs nicht aus den Augen. Foto: V. Koch

Kehrenbach. Mit lautem Geblöke wird Mario Schmelz jeden Morgen begrüßt. Dann sieht der Schäfer aus Kehrenbach das erste Mal nach seinen Coburger Fuchsschafen und Grau Gehörnten Heidschnucken. Die tiefen Rufe der Mutterschafe vermischen sich mit dem hellen Geblöke ihres Nachwuchses: 33 Lämmer fordern die Aufmerksamkeit ihres Schäfers.

Der Wind pfeift über die Weide oberhalb von Kehrenbach. „Den Schafen macht das kalte Wetter nichts“, sagt der 43-Jährige. Hauptsache, es sei trocken. Die Hauptlammzeit liegt zwar bereits einige Monate zurück, doch auch jetzt gibt es bei Schmelz noch tierischen Nachwuchs.

„Das sind alles stramme Lämmer.“

Mario Schmelz Schäfer

Während die älteren Lämmer auf der Weide grasen, stehen die jüngsten Neuzugänge der Herde noch im geschützten Stall. „Das sind alles stramme Lämmer“, sagt Schmelz.

Bei 30 Mutterschafen gilt es, den Überblick zu behalten, welches Tier wann Nachwuchs erwartet. Die Böcke haben deshalb bei ihrem Besuch auf der Weide der Mutterschafe im vergangenen Jahr ein Geschirr mit Farbe an der Unterseite getragen. „Zwei Böcke hatte ich im Einsatz“, sagt Schmelz.

Anhand des Farbkleckses auf dem Rücken der werdenden Mütter errechnete der Schäfer den Geburtstermin mit einer Excel-Tabelle. Um die 150 Tage betrage die Tragzeit. Die Farbe hat noch einen zweiten Vorteil: So kann der Züchter die Lämmer ihren Vätern zuordnen.

Kurz vor dem Geburtstermin ziehen die werdenden Mutterschafe in den Stall. „Ich habe ein Auge dafür, wenn es soweit ist“, sagt Schmelz. Dort bekommen sie eine extra Ration Kraftfutter. „Ich finde es entspannend, den Schafen zuzugucken“, sagt der Schichtarbeiter.

Aufs Schaf gekommen ist Schmelz vor acht Jahren. „Zum Geburtstag habe ich zwei geschenkt bekommen“, sagt er. Sie sollten einen steilen Hang hinterm Haus abgrasen. Aus den zwei Schafen ist mittlerweile eine Herde mit 78 Tieren geworden. „Mein Hauptziel ist es, die Schafe als Zuchttiere weiter zu verkaufen“, sagt Schmelz.

Mit den Schafen nach Berlin

Unter seinen Schafen finden sich etliche preisgekrönte Tiere: So steht in Kehrenbach mit Mister Butzbach der beste Schafbock Hessens sowie das beste Mutterschaf. Im Sommer 2014 geht es für Schmelz und seine Schafe nach Berlin zur Bundesschau für Landschafe. „Das wird ein richtiges Highlight“, sagt er.

Die in Kehrenbach gezüchteten Schafe verkauft er an Schäfer in ganz Deutschland. Seine Schafe stehen bereits in Dresden, Hünfeld, Schleswig-Holstein und Paderborn.

Gustel und Franz: So nennt der Schäfer seine zugekauften Böcke. „Für mich sieht jedes Schaf anders aus“, sagt der 43-Jährige. Schmelz unterscheidet sie an Farbton, Wolle und bei den Heidschnucken an der Form der Hörner.

Namen haben die Mutterschafe nicht. Sie bekommen eine Nummer. „Das da ist die 81“, sagt Schmelz und nickt zielsicher in die Richtung einer Heidschnucke. Sie hat vor zwei Wochen einen Bock zur Welt gebracht, am Tag der Papstwahl. Sein Name ist Franziskus.

Drei Fragen

Von Verena Koch

Quelle: HNA

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