Vor 25 Jahren: Ganz im Zeichen Schwälmer Traditionen stand der April 1988

Zu Ostern in der Tracht

Ostergeschenke: Anke, Marina und Manuel von der Trachtengruppe Seigertshausen erfreuten die Spaziergänge in Neukirchen vor 25 Jahren. Foto: Repro

Schwalm. Männer erobern Schwälmer Traditionen, Frauen erobern die Politik und Kinder in Tracht eroberten die Herzen der Neukirchener. Im April 1988 war einiges los in der Schwalm. Wir haben für Sie in den Ausgaben von vor 25 Jahren geblättert.

Die schwindende Zahl der Feldhasen in der Schwalm wurde vor 25 Jahren thematisiert. Die Zahl der Mümmelmänner ging von 858 auf 493 Exemplare zurück. Verschiedene Gründe wurden damals ins Feld geführt: die nassen Sommer, der starke Rapsanbau sowie Parasiten.

Eine Tradition wurde in Neukirchen gepflegt: Am Ostersamstag verteilten die Kinder der Trachtengruppe Seigertshausen Osterei an die Besucher. Fleißig und mit einem Lächeln posierten die drei Kinder, Anke, Marina und Manuel, für die heimischen und auswärtigen Besucher. Zum Ostermarkt kamen Reisegruppen aus Bochum, Berlin und Hamburg.

Am 6. April 1988 war der längste Einstau der damaligen Zeit im Rückhaltebecken Ziegenhain-Treysa vorbei. Vier Millionen Kubikmeter Wasser hinterließen auf 300 Hektar Grün- und 50 Hektar Ackerfläche eine verschmutze Landschaft. Mitarbeiter des Schwalmverbandes befreiten das Gebiet von angeschwemmtem Unrat.

Die Vorbereitung für die erste Schwalm-Eder-Schau liefen im April 1988 auf Hochtouren. Im Schwalmstädter Chinapark wollten sich Handel, Handwerk, Industrie und Landwirtschaft dem Publikum präsentieren.

Teurer als erwartet kam der Ausbau der Hauptstraße in Frielendorf die Gemeinde zu stehen. 300 000 Mark mussten in den Nachtragshaushalt eingestellt werden, um Kanal und Wasserleitung auf Vordermann zu bringen.

Ein Röllshäuser mit ungewöhnlichem Hobby wurde in der Schwälmer Allgemeinen vorgestellt. Der damals 26-jährige Erwin Roth schappelte Schwälmer Bräute. Er und der damalige Leiter der Trachtengruppe Rotkäppchen, Norbert Metz, drangen damit in eine absolute Frauendomäne ein. Nach Informationen der älteren Dorffrauen kleidete der Handwerker die die Bräute nach den strengen Schwälmer Bestimmungen ein.

Die Frauenquote war damals eine Meldung wert: Ingrid Knapp rückte als erste Frau in den Gemeindevorstand Schrecksbach auf. Sie erntete Beifall aus allen Fraktionen, hieß es in der damaligen HNA-Ausgabe.

„Wartezeiten nicht ganz vermeidbar“, titelte die HNA zur Eröffnung der Ziegenhainer Kfz-Zulassungsstelle. Eine halbe Million Mark investierte der Landkreis damals in den Bau. Rund 100 Fahrzeuge ließen die sieben Mitarbeiter damals täglich zu.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

Kommentare