Ehepaar Ottilie und Kurt Gieß: Ein zufriedenes Leben in der Landwirtschaft

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Eine Kirmes-Liebe: Ottilie und Kurt Gieß sind seit 60 Jahren verheiratet.

Elnrode/Strang. Wie bei so viele ihres Jahrgangs war es ein Kirmesbesuch, der Ottilie Töpfer und Kurt Gieß 1952 zusammen brachte. Beim Fest in Sebbeterode funkte es, ein Jahr später wurde verlobung gefeiert und am 8. Mai 1954, vor 60 Jahren, heirateten sie.

Seit damals wohnen die beiden in dem 1850 erbauten Elternhaus von Kurt Gieß. Das Paar übernahm 1957 den rund 33 Hektar großen landwirtschaftlichen Betrieb, in dem bis drei Jahre zuvor noch zwei Mägde und zwei Knechte beschäftigt waren und neun Personen auf dem Hof lebten, die von Ottilie und ihrer Schwiegermutter bekocht wurden.

Milchwirtschaft war neben Schweinen und Pferden der Schwerpunkt des Bauernhofes. Kurt Gieß, der im August 89 Jahre alt wird, bezeichnet sich selber als „Freund der Rinder und Pferde“. Mit den Schweinen hatte er, wie seine 80-jährige Frau Ottilie sagte, nicht viel am Hut, deswegen kümmerte sie sich mehr um das Borstenvieh.

Sechs Enkel, jeweils ein Pärchen, haben Ottilie und Kurt von ihren drei Töchtern. Damit ist dafür gesorgt, dass bei den traditionellen Familienfeiern das Haus voll ist. Die mittlere Tochter Helga wohnt zusammen mit ihrer Familie bei den Eltern, Jutta, sie ist die jüngste, lebt in Frankenberg und Tochter Ilse hat ihr Domizil in Pfungstadt gefunden.

Im Jahr 1984 übernahm Helga Gieß-Reuber den elterlichen Hof und betreibt jetzt zusammen mit ihrem Ehemann, der gleichfalls die Landwirtschaft seiner Eltern weiterführte, eine Schweinemast mit 75 Hektar Land.

Da sie außerdem halbtags als Hauswirtschaftsleiterin in Hephata tätig ist, übernimmt ihre Mutter Ottilie Gieß immer noch Verantwortung für die Küche und versorgt, wie es vor 60 Jahren begann, ihren Mann sowie Tochter mit Familie.

Ottilie und Kurt sind mit ihrem gemeinsamen Lebensweg, auf dem sie gerne getanzt und gefeiert haben, sehr zufrieden. Sie sind froh darüber, dass sie von Schicksalsschlägen und schweren Krankheiten verschont geblieben sind, obwohl Kurt mit 79 Jahren einen Schlaganfall erlitt, der aber glimpflich ablief.

Leseratte und Gymnastik

So geht er als selbst ernannte „Leseratte“ immer noch seinem Hobby, Bücher und Zeitung zu studieren, ohne Probleme nach. Seine Ehefrau Ottilie widmet sich der Hand- und Gartenarbeit, macht regelmäßig beim Gymnastikverein mit, und meint: „Wenn man jung ist, sieht man einen großen Berg vor sich, im Alter lebt man Tag für Tag.“

Und diese Tage genießt das Paar gemeinsam in Zufriedenheit, das spürt man. Sie werden mit ihren Familienangehörigen und 75 Gästen das Jubiläum feiern, zu dem sich auch der Gesangverein Elnrode-Strang und der Posaunenchor angesagt haben. (zrz)

Quelle: HNA

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