Flugzeug kreiste mehrere Stunden über Mittelmeer vor Antalya

Niedergrenzebacher Paar saß in Airbus mit brennendem Triebwerk fest

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Auch über eine Woche danach sichtlich mitgenommen: Oliver Rudolph und Mirja Horn aus Niedergrenzebach. 

Niedergrenzebach. Der Urlaub eines Paares aus Niedergrenzebach ist mit einem Albtraum zu Ende gegangen. Erst mit über 30 Stunden Verspätung kehrten Oliver Rudolph und Mirja Horn zurück.

Am 14. August hatten sich beide von Antalya auf die Heimreise begeben. Der Airbus kreiste zweieinhalb Stunden über dem Mittelmeer. Der Grund: ein Triebwerk hatte Feuer gefangen.

„Das war der schönste und schlimmste Urlaub zugleich. Mir läuft es eiskalt den Rücken herunter, wenn ich an den Rückflug denke“, sagt Rudolph, der in Borken als Leiter eines Supermarkts arbeitet. Bester Dinge waren er und seine Partnerin an besagtem Sonntag nach zwei traumhaften Wochen im Clubhotel Magic Life auf dem Weg nach Hause. 1400 Euro pro Person hatte die Buchung in einem Schwälmer Reisebüro gekostet.

Kurz nach dem Start gab es ein lautes Geräusch. „Wir wurden informiert, dass wir in Kürze aus Sicherheitsgründen landen würden. Danach war alles äußerst spärlich“, blickt Horn zurück. Laut der 31-Jährigen kreiste der Airbus zweieinhalb Stunden über dem Meer vor Antalya. Die Flugbegleiterinnen hätten gebetet, Stille habe sich unter den 250 Passagieren breit gemacht, vereinzelt seien leise Geräusche heulender Menschen zu vernehmen gewesen.

„Als wir landeten, empfing uns die Feuerwehr. Der erfahrene Pilot ist zusammengesackt und musste von zwei Personen gestützt werden“, blickt die Förderschullehrerin mit Tränen in den Augen zurück. Im türkischen Fernsehen sei berichtet worden, ein Triebwerk habe bereits in der Luft gebrannt. Aus einem anderen tropfte Flüssigkeit.

Die Urlauber aus Thüringen, Nordrhein-Westfalen, aber auch eine Mutter mit Kind aus Kassel, hätten sich anschließend „wie eine Familie“ geholfen. Kontakt haben Horn und Rudolph zu einigen. Nachdem klar war, dass Onur-Air erst am Montag eine Ersatzmaschine würde anbieten können, sprang Tui als Reiseveranstalter ein. Alle Passagiere nächtigten auf Kulanz im Hotel IC Green Palace. „Auch wenn wir keine Ruhe zum Schlafen hatten, war das ein feiner Zug. Onur-Air hätte uns eiskalt am Flughafen hängen lassen“, mutmaßt Rudolph.

Um 9 Uhr wurden sie tags darauf zum Flughafen gebracht. Um 12.20 Uhr sollte der Flieger gehen. Doch das wurde erst auf 14 Uhr, dann auf 14.30 Uhr verschoben - mit Zwischenstopp in Paderborn. Das Auto der Niedergrenzebacher stand aber in Erfurt, Rudolphs Heimatstadt. Dort wo beide den 60. Geburtstag seiner Patentante feiern wollten. Nur durch Zufall hatte sich der 36-Jährige einen Brückentag genommen.

„Als wir hilflos im Flieger saßen, habe ich Mirja gesagt: ich bereue, dass wir noch nicht verheiratet sind. Aber jetzt haben wir dafür einen gemeinsamen zweiten Geburtstag“, erklärt Oliver Rudolph. Das nächste Urlaubsziel? Gardasee. Mit Anreise im Auto.

Das sagt die Tui: „Wir bedauern sehr, dass es (...) zu den entstandenen Unannehmlichkeiten gekommen ist und der Urlaub mit derartigen Vorkommnissen geendet hat. Es ist richtig, dass die Onur-Air-Maschine am 14. August zurück nach Antalya geflogen ist. Als Begründung haben sie technische Probleme an uns gemeldet. Sicherheit geht in solchen Fällen vor. (...) Die Gäste wurden daraufhin eine Nacht in einem Hotel vor Ort untergebracht und am nächsten Tag zurück nach Erfurt geflogen. Technische Probleme können auch bei Flugzeugen auftreten. Das ist allerdings keineswegs die Regel, es handelt sich um Einzelfälle.

Quelle: HNA

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