Paar warnt vor teurer Verwechslung: Wie aus Gutschrift eine Abbuchung wurde

Sie warnen Bankkunden: Wer ein Überweisungsformular ausfüllt, sollte besser zwei Mal gucken, ob auch die IBAN-Nummern stimmen, sagen Horst und Hedi Beyer aus Geismar. Foto: Laumann

Geismar. Hedi Beyer kennt sich aus mit Rechnungen und Überweisungen. Seit 30 Jahren kümmert sie sich in der Fahrschule ihres Mannes um die Buchhaltung.

So etwas wie jetzt hat sie noch nicht erlebt: Durch eine falsch eingetragene IBAN-Nummer wurden die Beyers um 250 Euro ärmer anstatt reicher.

Eine Kundin wollte eine fällige Rechnung begleichen und 250 Euro auf das Sparkassen-Konto der Beyers überweisen. Sie füllte einen gedruckten Überweisungsträger aus. Der Empfängername stimmte, auch der Absender und der Verwendungszweck waren korrekt. Nur die IBAN-Nummer war vertauscht. So stand die IBAN-Nummer der Beyers nicht mehr im Empfänger-, sondern im Absenderfeld. Die Folge: Die 250 Euro wurden vom Beyerschen Konto auf das der Frau gebucht.

Belege werden geprüft

Als die Kundin den Fehler bemerkt hat, rief sie direkt bei den Beyers an. „Ich konnte es gar nicht glauben“, sagt Hedi Beyer. Direkt prüfte sie online den Kontostand. Und tatsächlich: Die 250 Euro waren vom Fahrschul-Konto abgebucht. Schnell und unkompliziert haben Beyers den Fall zusammen mit der Kundin geregelt. Aber eine Frage blieb: Wie konnte das passieren? „Es handelt sich dabei um einen bedauerlichen Einzelfall“, sagt Marcus Breitschwerdt, Unternehmenssprecher der Kreissparkasse Schwalm-Eder. Jeder Beleg werde bei der Sparkasse von einem Mitarbeiter geprüft. Die Beyers wollten wissen, ob es sich bei der Abbuchung tatsächlich um einen Einzelfall handelte, oder ob der „Trick“ mit den vertauschten IBAN-Nummer auch bei der VR-Bank funktioniert.

Auch beim Test klappt’s

Die Beyers schuldeten ihrem Schwager eh noch 50 Euro. Und so vertauschte er auf dem gedruckten Überweisungsträger die IBAN-Nummern. Und auch bei der VR-Bank ist der Überweisungsträger durchgegangen. Die 50 Euro wurden von Beyers VR-Bank-Konto auf das VR-Bank-Konto des Schwagers gebucht. Marc Rauthe, Bereichsleiter Unternehmensentwicklung bei der VR-Bank Schwalm-Eder, spricht von einem Einzelfall. Solch eine Abbuchung sei überhaupt nur möglich, wenn Sender und Empfänger Kunden bei der selben Bank sind. Andernfalls würde es beim Einlesen des Überweisungsträgers direkt eine Fehlermeldung geben. Schließlich könne die Bank nicht einfach auf ein Konto bei einer anderen Bank zugreifen und Geld abbuchen.

Nach seinen Erfahrungen möchte das Ehepaar Bankkunden warnen. „Die Leute sollen ihre Konten kontrollieren. Denn so etwas kann jederzeit passieren“, sagt Horst Beyer.

Das sagen die Banken

Die Maschine liest aus

Für die VR-Bank Schwalm-Eder und die Kreissparkasse Schwalm-Eder ist klar: Bei den Abbuchungen handelt es sich um Einzelfälle.

Bei der VR-Bank werden die Überweisungsträger in den Filialen gesammelt. Bis zu 5000 kommen in einer Woche zusammen. Die meisten werden bei den Mitarbeitern am Schalter abgegeben und direkt geprüft, wie Marco Rauthe, Bereichsleiter Unternehmensentwicklung, erklärt. Die Überweisungsträger gehen dann zum Rechnungswesen nach Melsungen, wo sie von einem Scanner eingelesen werden. Ab einem bestimmten Betrag, den Rauthe nicht nennen möchte, werde jeder Überweisungsträger intensiv kontrolliert.

„Bei uns wird jeder Beleg in die Hand genommen“, sagt Marcus Breitschwerdt, Unternehmenssprecher der Kreissparkasse Schwalm-Eder. Auch dort würden die Überweisungsträger in den Filialen gesammelt und später maschinell eingelesen.

Marco Rauthe und Marcus Breitschwerdt appellieren dennoch an die Kunden, ihre Kontoauszüge und Rechnungsabschlüsse regelmäßig zu prüfen. Wer eine Fehlbuchung bemerkt, sollte sich direkt an seine Bank wenden, betonen die beiden Bankmitarbeiter.

Quelle: HNA

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