Nach Schlaganfall auf Telefon angewiesen

Paar wartete zwei Monate lang auf Telefonanschluss

Warten auf den Techniker: Zwei Monate lang wurden Elke und Dietmar Klose aus Melsungen von der Telekom vertröstet. Foto:  Brandau

Melsungen. Jedes Mal, wenn Dietmar und Elke Klose in den vergangenen Monaten ein Schreiben der Telekom aus dem Briefkasten ihrer neuen Wohnung fischten, kam bei ihnen Hoffnung auf. Hoffnung darauf, dass sie endlich den Festnetzanschluss bekommen, auf den sie seit mehr als zwei Monaten warteten. Und ganz dringend brauchten.

Aber lange Zeit sah es nicht so aus, als würde sich in absehbarer Zeit etwas tun.

Erst, nachdem die HNA bei der Telekom nachgefragt hatte, rührte sich das Unternehmen. Am Freitag nun haben die Kloses endlich ihren Anschluss bekommen.

Ohne Telefon kein Aufzug

Für den 73-jährigen Dietmar Klose aber ging es um viel mehr als nur um die Tatsache, dass er mal wieder ausgeruht übers Festnetz telefonieren wollte. Der ehemalige Postbeamte hat im vergangenen Jahr einen Schlaganfall erlitten. Seitdem fällt ihm das Treppensteigen schwer. Das Ehepaar hat deshalb seine bisherige Wohnung am Melsunger Hopfenort aufgeben müssen, es waren zuviele Stufen, die Dietmar Klose nehmen musste. Das neue Domizil in der Breslauer Straße besitzt einen Fahrstuhl, der direkt von der Garage hoch zur Wohnung führt. Das ist praktisch und wichtig für ihn.

Diesen Aufzug aber konnte Dietmar Klose bislang gar nicht benutzen. Denn solange das darin vorgesehene Notfall-Telefon nicht installiert ist, dürfen im Lift nur Lasten und keine Personen transportiert werden. Und ohne dieses Notfall-Telefon haben die Kloses auch Angst, den Fahrstuhl zu benutzen: „Wenn wir damit stecken bleiben, hört uns doch kein Mensch.“

Erstens sind noch nicht alle Nachbarn in den Neubau eingezogen, zweitens funktioniert das Mobiltelefon der Kloses nicht im Gebäude, sondern nur auf dem Balkon. Dort verbrachte Elke Klose in den vergangenen Wochen viel Zeit: Sie telefonierte oft mit der Telekom. „Da hat man uns von Woche zu Woche vertröstet“, sagt die 69-Jährige. Fünf Mal hatte die Telekom in den vergangenen Wochen den Besuch eines Technikers angekündigt. Jedes Mal saßen die Kloses brav daheim auf dem Sofa und warteten. Aber nur ein einziges Mal stand tatsächlich ein Monteur vor der Tür: Der kam am Tag vor Heiligabend, nahm die Anschlüsse in Augenschein, schraubte ein Verteilerkästchen an die Wand, verkündete, dass da erstmal nicht mehr zu machen sei und ging wieder. Seitdem harrten die beiden Senioren der Dinge, die da einfach nicht kamen.

Die Kloses waren ratlos: Sie vermissten den Zugang zum Internet, die Telefonate mit Dietmar Kloses Schwester in Amerika, sie zahlten wegen der vielen Telekom-Gespräche eine hohe Handyrechnung - die Mobilnummer war ja nur für den Notfall, nicht für den Alltag gedacht - konnten den Lift nicht benutzen und haben noch dazu viel Zeit und Nerven investiert.

47 Jahre lang hatte das Ehepaar einen Festnetzanschluss mit immer derselben Melsunger Nummer. Jetzt haben sie eine neue erhalten: Am Freitag rückten endlich die Techniker der Telekom an. Nach etlichen Anrufen unserer Redaktion bei mehreren Pressestellen der Telekom und dem Schreiben von Mails an die Servicestelle haben wir zwar keine Stellungnahme zum Problem, die Kloses aber tatsächlich wieder einen Anschluss erhalten.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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