Pachtpreise für Ackerland schießen im Wolfhager Land in die Höhe

Wolfhager Land. Mit dem zunehmenden Flächenverbrauch hat sich der Kampf ums Ackerland verschärft. Wer Anbauflächen pachten will, muss tiefer in die Tasche greifen. Die Kommunen verlangen mehr Geld für ihr Land.

So hat die Stadt Naumburg erst kürzlich an der Preisschraube gedreht. Die Kirchen passen sich ebenfalls den gestiegenen Preisen an. Um auf das ortsübliche Preisniveau zu kommen, verlangen die evangelischen Kirchengemeinden für ihr Land einen um 30 bis 50 Prozent gestiegenen Pachtzins.

Die Evangelische Kirche hat sich vor vier Jahren zu einem neuen Ausschreibungsverfahren entschlossen. Waren bis dahin die Pachtverträge nach ihrem Ablauf einfach verlängert worden, werden die Flächen nun öffentlich ausgeschrieben. Mehrere Bieter können sich bewerben. „Natürlich gibt es da Enttäuschungen“, sagt Dekan Dr. Gernot Gerlach. Wer die Pacht nicht aufbringen oder weitere Punkte im Kriterienkatalog der Kirche nicht erfüllen kann, fällt hinten runter.

Neben dem Preis spielten bei der Landvergabe durch die Kirche die ordnungsgemäße Bewirtschaftung, die Nähe des Pachtbetriebes zum Land, Kirchenzugehörigkeit, soziale und ökologische Aspekte eine Rolle. Carsten Eichenberg, beim Kirchenkreisamt Hofgeismar-Wolfhagen zuständig für die Liegenschaftsverwaltung, sagt, dass die Anpassung des Zinses an das ortsübliche Niveau zu der deutlichsten Steigerung der Pachten in den vergangenen Jahren geführt hat. Genaue Summen werden allerdings nicht genannt.

Auch Reinhard Schulte-Ebbert, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Kassel, gibt sich bedeckt. Das Preisniveau sei sehr unterschiedlich und hänge ab von Faktoren wie Standort, Ertrag, Dauer der Verpachtung. Im Evangelischen Kirchenkreis Wolfhagen sind 240 Hektar an 166 Personen - meist Landwirte - verpachtet.

Hintergrund:

Die Preise, die Landwirte derzeit für Flächen zahlen, schwanken sehr. Prinzipiell sind Nutzflächen teurer als Wiesen. Ein Blick beispielsweise auf die Homepage der Stadt Naumburg zeigt, dass sie derzeit ihre Flächen neu verpachtet.

Die Mindestgebote liegen zwischen 150 und 250 Euro pro Hektar und Jahr. Die Preise sind abhängig von der Dauer der Verpachtung, auch ob biologisch oder chemisch gedüngt werden darf, wirkt sich auf die Pacht aus. Landwirte, die sich für eine bestimmte Fläche interessieren, geben ihr Gebot ab. Wer den höchsten Preis nennt, hat die besten Chancen, vom Magistrat den Zuschlag zu erhalten. (ant)

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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