Ein Palast im Schuppen: Hornissennest unter Beobachtung

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Egon Dönch aus Sondheim beherbergt und beobachtet ein großes Hornissennest

Sondheim. 700 tierische Gäste - und mit ihnen ein außergewöhnliches Kunstwerk - beherbergt Egon Dönch aus Sondheim in seinem Geräteschuppen: Ein Hornissenvolk hat sich dort häuslich eingerichtet und im Laufe der Monate ein Nest gebaut.

Die grazile papierartige Konstruktion aus zerkautem Holz misst in der Länge etwa 70 und im Durchmesser etwa 40 Zentimeter.

Bei seinen ersten Beobachtungen im Mai fing alles ganz klein an, berichtet Dönch. Allein die Königin gründete damals mit wenigen Waben das neue Domizil, legte Eier und züchtete mit den ersten Arbeiterinnen ihr neues Volk heran. Während die stets steigende Anzahl arbeitender Hautflügler das Nest zu stattlicher Größe ausbaute, beschäftigte sich das Oberhaupt fortan ausschließlich mit der Eiablage. Jetzt im Herbst sei der Höhepunkt der Volksentwicklung erreicht, weiß Dönch. Bevor das Volk spätestens beim ersten Nachtfrost abstirbt, schlüpfen junge Königinnen. Sie werden von Drohnen (Männchen) befruchtet, überwintern und gründen im Frühjahr neue Völker. Dabei wird das alte Nest nicht wieder besiedelt.

Diese Entwicklung einmal hautnah miterlebt zu haben, das war für Dönch ein besonderes Naturerlebnis. Angst habe er vor den Tieren nicht, aber durchaus Respekt. Das Nest zu entfernen sei ihm nicht in den Sinn gekommen, zumal die Hornissen unter Artenschutz stehen.

Seinen Schuppen habe er seit dem Nestbau nicht mehr betreten, sondern die Insekten bis auf gelegentliche Beobachtungen in Ruhe gelassen - und die Hornissen ihn auch.

Von Sigrid Ehl-von Unwerth

Quelle: HNA

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