Schwalmstadt: Parken reizt die Gemüter

Schwalmstadt. Scharf und bisweilen hochemotional wurde in der Stadtverordnetenversammlung um einen gemeinsamen Antrag von SPD und Grünen gerungen.

Mit ihrer Mehrheit setzten die beiden Fraktionen durch, dass ein Konzept für die Parkraumbewirtschaftung in den Innenstädten von Treysa und Ziegenhain entwickelt wird, Stichworte sind Parkscheinautomaten, Anwohnerparken und Stellplatzverlagerung.

Andreas Göbel (CDU) nannte den Zeitpunkt verfrüht, „es ist eine Gleichung mit zu vielen Unbekannten“. Seine Fraktion wolle das Ansinnen nicht blockieren, aber diskutieren und optimieren.

Mit dem soeben in Ruhestand getretenen ehemaligen Treysaer Einzelhändler Karl-Heinz Hirth trat für die SPD als erstes ein flammender Gegner des Antrags auf. Er warnte vor einem massiven Kaufkraftverlust, vor einer Fertigstellung des Wieragrundcenters sei kein Eingriff in die Parkplatzsituation erträglich. Von einem langen Weg, der sich bis 2018 hinziehen könnte, sprach Bürgermeister Dr. Näser.

Auch Helmut Schwedhelm (SPD) unterstrich, dass „mitnichten übermorgen das Parken Geld kosten wird“, aber seine Fraktion sei geschlossen für die Inhalte des Antrags, dem eine „Zielsetzung“ in sechs Teilen zugrunde liegt.

Mit dieser Zielsetzung hatte Constantin Schmitt (FDP) seine Probleme. Er warnte vor einer konsum- und einzelhandelsfeindlichen Haltung. Christel Bald (FWG) meinte, dass Parkscheiben völlig ausreichen, um Dauerparker aus den Zentren heraus zu halten, es solle kein Geld für ein Konzept ausgegeben werden.

SPD-Fraktionschef Michael Schneider, der ein bewusstes Missverstehen anprangerte, und Andreas Göbel (CDU) mit seinem Werben um mehr Zeit änderten an den verhärteten Fronten nichts mehr, mit 18 Ja- zu zwölf Neinstimmen wurde der Antrag angenommen.

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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