Parkhaus bringt Probleme

Gesperrt: Blick auf das Parkhaus im Hexengässchen hinter dem Kaufhaus Sauer. Wegen Bauarbeiten dort ist die 30 Jahre alte Einrichtung bis zum ersten Adventswochenende gesperrt. Foto: Quehl

Schwalstadt. Als das Parkhaus Hexengässchen in Treysa vor gut 30 Jahren eröffnet wurde, schien das Einkaufsparadies perfekt. Mit Freibier, Bratwurst und Musik wurden die damals noch rund 200 Stellplätze feierlich durch den Ersten Stadtrat Heinz Wagner freigegeben.

Vieles hat sich seither geändert, nicht nur die Einfahrt. Heute geht es vom Hexengässchen aus aufwärts in den Betonbau, einst wurde vom Oberdeck am Bahnhof her eingefahren. Vor allem präsentiert sich die Immobilie mehr und mehr als Problemfall für die Stadt: Schwalmstadt ist alleiniger Gesellschafter der Parkhaus Treysa GmbH und blickt damit alljährlich auf traurige Zahlen.

Zwar wurden im letzten abgerechneten Wirtschaftsjahr 2012 auf dem Papier fast 10 000 Euro Gewinn geschrieben, doch das ist ein Einmaleffekt, der im Wesentlichen durch das Umstecken des Geldes von der einen in in die andere städtische Tasche entstanden ist: Während der Bauzeit des neuen Bahnbediensteten-Parkplatz hinter der Wieragrundstraße hat die Stadt die entsprechenden Stellplätze in seinem Parkhaus bereitgestellt - und bezahlt. Im Geschäftsjahr 2011 waren unter dem Strich nur 2500 Euro geblieben.

Wesentlich schlechter klingen die Zahlen im Inneren des jüngst von der Stadtverordnetenversammlung gebilligten Jahresabschlusses. So beläuft sich der Verlustvortrag auf über 160 000 Euro. Das heißt, die Eigenkapitaleinlage von 360 000 Euro ist schon nahezu zur Hälfte mit Verlusten belegt. Für das laufende Geschäftsjahr wird gar mit einem Verlust von 18 000 Euro gerechnet.

Die Lage ist somit alles andere als rosig. „Wir überlegen, wie es weitergehen soll“, sagte in der jüngsten Bauausschusssitzung die kaufmännische Geschäftsführerin Petra Ulbrich. Um mehr Autofahrer anzulocken, wird über attraktivere Tarife nachgedacht. So sollen Bahnfahrern, die zum Beispiel nur ein- oder zweimal wöchentlich nach Treysa kommen, Angebote gemacht werden. Dauerparker, die für ein ganzes Kalenderjahr vorab bezahlen, zahlen 300 Euro statt 360 Euro.

Am liebsten, so scheint es, würde sich die Stadt von dem Bau trennen, doch der Versuch es zu verkaufen ist bereits gescheitert. Wie in der Ausschusssitzung bekannt wurde, wurde es angeboten - ohne Erfolg. Investoren beißen nicht an. Laut Bürgermeister Näser helfen nur intelligente Marketingkonzepte.

Grünen-Fraktionschefin Margitta Braun regte in dem Zusammenhang an, im Inneren für eine bessere Gestaltung und bessere Orientierungsmöglichkeiten zu sorgen.

Auf der Hand liegt unterdessen, dass mittelfristig kaum jemand bereit sein wird, für den Platz im Parkhaus zu zahlen, solange man auf den Schotterflächen im Wieragrund gratis parkt.

Zurzeit ist das Parkhaus überdies geschlossen - bis Ende November. Grund sind Bauarbeiten im Hexengässchen. In der Folge haben sich bereits Dauerparker beklagt und Geld anteilig zurück bekommen, was die Jahresbilanz 2013 weiter drücken wird.

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Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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