„Kein Betonklotz"

Parlament diskutierte Varianten für neuen Kellerwaldturm

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Sanierungsobjekt Kellerwaldturm: Die Holzkonstruktion ist marode, der Wetterdienst plant einen Turm aus Beton.

Bad Zwesten. Der Kellerwaldturm beschäftigte wieder das Bad Zwestener Parlament. Wie Michael Ottemeier (Grüne) in der Sitzung aus dem Verband Naturpark Kellerwald-Edersee mitteilte, hat der Deutsche Wetterdienst, der einen neuen Turm nahe des alten maroden Turms bauen möchte, Vorschläge gemacht.

Eine endgültige Entscheidung sei bislang noch nicht gefallen.

Ottemeier ließ Bilder der Varianten im Parlament kreisen. Die Versionen sehen eine Betonkonstruktion vor. Ein neuer Turm des Wetterdienstes würde etwas weiter unterhalb des jetzigen Standortes gebaut. Der Turm soll laut Ottemeier 60 Meter hoch werden, eine Besucherplattform entstünde auf 40 Metern Höhe. Der Wetterdienst wolle ein touristisches Angebot mit Erlebnispädagogik machen. Der alte Turm würde dann abgerissen.

 Für Ottemeier ist das keine gelungene Lösung: „So etwas gehört nicht in unseren schönen Kellerwald hinein.“ Vorteil der Lösung sei , dass keine Kosten auf die Gemeinden zukämen, wenn der Wetterdienst baue. Falls der alte Turm renoviert würde, müsste sich die Gemeinde Bad Zwesten voraussichtlich an den Kosten beteiligen.

Auch Martin Häusling (Bündnis 90/Die Grünen) ist gegen einen Betonturm auf dem Wüstegarten. Es handele sich dort um einen hochsensiblen Naturschutzbereich. Dort einen solchen Betonklotz hinzustellen, sei eine Zumutung und ein Angriff auf den gesunden Menschenverstand. Bürgermeister Michael Köhler sprach von einer Zwickmühle. Der Turm koste die Gemeinde nichts. Wenn er dort entstehe, könne man dort aber keine Windräder mehr bauen. Eine Sanierung des alten Turm koste etwa 160.000 Euro.

Häusling wollte wissen, wer die Entscheidung treffe und ob damit nicht das Naturschutzgroßprojekt und dessen Verlängerung in Frage gestellt werde. Er fragte nach wirtschaftlichen Interessen Jesbergs. Diese Gemeinde sei in erster Linie für den Turm verantwortlich. „Die Region verliert, vielleicht gewinnt Jesberg“, sagte er und fragte, ob Jesberg Geld vom Wetterdienst für den Standort bekomme. Diese Fragen sollen in der nächsten Zeit geklärt werden, und die Zwestener Gemeindevertreter möchten sich eine Position zu den Vorhaben erarbeiten.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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