Schrecksbacher Parlament stimmt über Windkraft ab

Schrecksbach. Windkraft in Schrecksbach, ja oder nein? Mit dieser Fragen setzen sich die Gemeindevertreter in ihrer Sitzung am Donnerstag auseinander. Geht es nach den Schrecksbachern, würden sich die Windräder bald in der Gemeinde drehen.

Drei Bürgerversammlungen organisierte die Gemeinde in den vergangenen Tagen, dort konnten die Anwohner ihre Stimme abgeben. 150 Schrecksbacher kamen zu den Informationsabenden, 99 füllten die Stimmzettel aus. Mit 54 Ja- und 45 Nein-Stimmen sprachen sich die Bürger für Windkraft in Schrecksbach aus. Diese Entscheidung hat jedoch keine bindende Wirkung für das Parlament. Sie dient laut Bürgermeister Andreas Schultheis lediglich dazu, ein Stimmungsbild einzufangen. "Die Energiewende hat auch in den Köpfen stattgefunden", sagte der Bürgermeister.

Zur Diskussion steht der Regionalplan im Parlament. Laut Plan werden zwei Gebiete als Suchflächen für Windkraft in der Gemeinde ausgewiesen: zwischen Schrecksbach und Immichenhain sowie das Gebiet Auf dem Gebrannten zwischen Merzhausen und Röllshausen. Das Parlament gibt nun seine Stellungsnahme zu dem Plan ab.

Das Gebiet Auf dem Gebrannten war vor zehn Jahren bereits in der Diskussion: Der Hessische Verwaltungsgerichtshof bestätigte 2003 die damalige Entscheidung des Parlaments, das eine sogenannte Veränderungssperre für das Gebiet zwischen Salmshausen und Röllshausen beschlossen hatte - Natur- und denkmalschutzrechtliche Bedenken hatten die Gemeinde in der Vergangenheit von Plänen für Windräder absehen lassen.

Eine Betreiberfirma für Windkraftanlagen hatten damals bereits Vorverträge mit den Grundstückseigentümern geschlossen. Die Firma klagte damals gegen die Entscheidung. Die Gemeinde bekam Recht. Die Sperre besteht noch heute, laut Aussagen von Schultheis würde der Regionalplan die damalige Entscheidung des Parlaments ausstechen.

Quelle: HNA

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