Bad Emstaler Gemeindevertretung jetzt mit vierter politischen Richtung

Parlamentschefin tritt Grünen bei

Elisabeth Theiss

Bad Emstal. Im Bad Emstaler Parlament wird es bunter: Neben SPD, CDU und FWG sind jetzt auch die Grünen vertreten - in Person von Elisabeth Theiss (46). Die Gemeindevertretungsvorsitzende, bislang parteilos und über die Liste der Freien Wähler ins Parlament gewählt, ist in die Partei Bündnis 90/Die Grünen eingetreten.

Sie habe diesen Schritt ganz bewusst gesetzt, sagt Theiss: „Die Politik der derzeitigen Regierungskoalition aus CDU und FDP ist für mich im hohen Maße unsozial.“ Und diese Politik stehe der nachhaltigen, ökologischen Energieerzeugung entgegen - mit Folgen auch für die Gemeindeebenen. „Die kommunalen Anstrengungen, erneuerbare Energieträger zu forcieren, werden konterkariert.“

Auch andere, örtliche Themenstellungen nennt die Balhornerin als Gründe für ihren Grünen-Beitritt. In Bad Emstal gebe es einen überdurchschnittlichen hohen Anteil an Alleinerziehenden, die wiederum häufig von öffentlicher Unterstützung (Hartz IV) abhängig seien. Die vielen älteren Bad Emstaler mit kleinen Renten, würden - im Vergleich zu Besserverdienenden - überdurchschnittlich durch Zusatzbeiträge belastet.

„Bei uns mit den Grünen möchte ich mich dafür engagieren, dass Schluss ist mit der Verteilung von unten nach oben und der Belastung der nächsten und übernächsten Generationen.“

Ökologischer Blick

Auf der kommunalen Ebene sieht Theiss ein weites Betätigungsfeld, um die Ansätze der Grünen in die Gemeindearbeit einfließen zu lassen. „Es reicht nicht, darauf zu warten, dass Investoren Solarparks oder Windkraftanlagen in unserer Gemeinde bauen. Was wir brauchen, ist der soziale und ökologische Blick bei jeder anstehenden Entscheidung der gemeindlichen Gremien“, betont die Betriebswirtin.

Wie ihre kommunalpolitische Zukunft aussieht, vermag Elisabeth Theiss nicht zu sagen. Ob die Grünen mit einer eigenen Liste zur bevorstehenden Kommunalwahl antreten - einen Ortsverband gibt es in Bad Emstal noch nicht -, sei noch offen. Und als Grüne fühle sie sich in der Bürgerliste, mit der CDU und FWG gemeinsam in den Wahlkampf ziehen wollen, nicht so richtig am Platz. So sehr sie sich konstruktivere Gemeindepolitik für Bad Emstal wünsche und sich dafür auch gerne engagieren würde - sie werde sich „nicht fürs politische Ehrenamt verbiegen“, sagt die 46-Jährige.

Von Cornelia Lehmann

Quelle: HNA

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