Kritik am Bürgermeister

Felsberger Wehrführer Hartmut Wagner entlassen: Parteien äußern sich

Hartmut Wagner

Felsberg. Nach der Entlassung des Wehrführers der Freiwilligen Feuerwehr Felsberg, Hartmut Wagner, melden sich die Felsberger Parteien zu Wort. "So weit hätte es nicht kommen dürfen", schreibt Klaus Döll (CDU), Ortsvorsteher der Kernstadt von Felsberg, in einer Mitteilung. Die Entscheidung des Magistrats spalte Felsberg.

Döll wirft Bürgermeister Volker Steinmetz vor, er habe ein persönliches Interesse an der Entlassung Wagners gehabt. So habe sich Wagner als SPD-Stadtverordneter für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses eingesetzt und sei damit beim Bürgermeister angeeckt.

Ähnlich äußert sich der Vorstand des SPD-Vereins: In einer Mitteilung bezeichnet er die Entlassung des Wehrführers als "unangemessen und nicht nachvollziehbar". Damit solle ein "außerordentlich tüchtiger und kreativer, aber nicht immer bequemer Kopf der hiesigen Feuerwehr mundtot gemacht werden". Das Disziplinarverfahren gegen Wagner sei "ohne stichhaltigen Grund" eingeleitet worden. Statt die Personalangelegenheit zu befrieden, habe man das Verfahren eskaliert. Man erwarte nun eine objektive Überprüfung der Entscheidung, teilt der SPD-Vorstand mit.

"Man hätte diesen Konflikt anders beilegen müssen", findet auch der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Jochen Pschibul. "Felsberg konnte sich glücklich schätzen, einen professionellen Feuerwehrmann wie Hartmut Wagner an der Spitze der Wehr zu haben." Wagners Entlassung sei deshalb von der Fraktion der Grünen nicht befürwortet worden. Den Kritikern von SPD und CDU hält Pschibul allerdings entgegen, dass ihre Mitglieder im Magistrat diese Entscheidung offenbar mehrheitlich mitgetragen hätten.

Ob das Vorgehen gegen Wagner gerechtfertigt war oder nicht, könne er nicht beurteilen, teilt FDP-Fraktionsvorsitzender Werner Rippel mit. Doch von einem Bürgermeister müsse man erwarten, dass Unstimmigkeiten innerhalb der Feuerwehr besser gelöst werden. "Von politischer Klugheit und politischem Weitblick zeugt sein Handeln nicht", findet Rippel.

Die FWG will zur Entlassung des Wehrführers nicht Stellung beziehen: "Man soll sich nicht zu etwas äußern, von dem man keine Ahnung hat", sagt Werner Plass. Karl Meyfarth (DFB) war gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Steinmetz weist Vorwürfe zurück

Bürgermeister Volker Steinmetz weist die Vorwürfe zurück. Grund für die Entlassung Wagners seien nicht persönliche Animositäten gewesen, sondern die Vorwürfe, die innerhalb der Feuerwehr gegen Wagner geäußert wurden. Der Einsatzabteilung der Feuerwehr in Felsberg habe er mehrfach Gesprächsangebote gemacht, man suche derzeit einen Termin für ein Treffen.

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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