Melsungen:  Kandidat bis 10. Januar dringend gesucht

Parteien müssen Vorschläge für Bürgermeisterwahl  einreichen

Die Trauer um Melsungens verstorbenen Bürgermeister Dieter Runzheimer sitzt noch tief. Dennoch muss ein Nachfolger gefunden werden: Am 17. März wird wohl gewählt .

Wir haben mit den Fraktionsvorsitzenden gesprochen: Ein gemeinsamer Kandidat für die Melsunger Bürgermeisterwahl erscheint nicht unmöglich, sogar einigermaßen realistisch. Die SPD präsentiert ihren Vorständen von Stadtverband und Ortsverein am Mittwoch ihren Wunschkandidaten.

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Die CDU hingegen befinde sich noch in einer Art Schockstarre, sagte gestern der Fraktionsvorsitzende Bernhard Lanzenberger. Schon bis zum 10. Januar muss die Kandidatenkür abgeschlossen sein. Nicht viel Zeit für Planspiele.

"Ich könnte mir aufgrund der aktuellen Situation durchaus einen gemeinsamen Kandidaten vorstellen", so Lanzenberger weiter. Ein SPD-Hardliner käme allerdings nicht in Frage. "Für einen Mann der Mitte sind wir offen." Gestern Abend tagte zwar der CDU-Vorstand, ein Kandidat aus den eigenen Reihen sei aber unrealistisch. Einen Externen könnte man nicht mehr bekannt genug machen.

SPD-Chef Volker Wagner war am Montag zuversichtlich, dass die Parteigremien am Mittwoch ihr Einverständnis signalisieren. Dann würden die Gespräche mit den anderen Fraktionen erfolgen.

"Wir würden einen gemeinsamen Kandidaten gutheißen beziehungsweise die Unterstützung der anderen Fraktionen begrüßen", sagt Wagner. Der Verlust für die Stadt wiege schwer, es sei jetzt nicht die richtige Zeit für einen Wahlkampf.

Auch die Grünen seien offen für einen gemeinsamen Kandidaten, sagt Fraktionsvorsitzender Holger Braun. "Es muss natürlich eine thematische Schnittmenge geben", sagt er. Ob seine Fraktion einen eigenen Kandidaten aufstellen werde, sei noch nicht entschieden. Bis zum 10. Januar die Kandidaten festzulegen, sei zwar knapp, aber: "Wenn jemand wirklich kandidieren will, kann er diese Entscheidung auch schnell treffen."

FDP-Chef Joost Fastenrath hält es für denkbar, den Kandidaten einer anderen Partei zu unterstützen. Aber auch ein gemeinsamer Kandidat ist aus seiner Sicht eine Möglichkeit.

Martin Gille, Fraktionsvorsitzender der FWG, wünscht sich einen parteilosen Kandidaten. Wichtig sei aus seiner Sicht nicht die Parteizugehörigkeit, sondern die Qualifikation. Das Amt des Melsunger Bürgermeisters sei eine "attraktive Stelle" - da müsse sich ein Kandidat finden lassen.

Von Damai D. Dewert und Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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