Partnerschaftsverein Homberg-Stolin feiert in diesem Jahr 20. Geburtstag

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Setzen sich ein: Die Mitglieder des Partnerschaftsvereins Homberg-Stolin helfen dort, wo Hilfe gebraucht wird.

Homberg. Sie bleibt unvergessen, die Reaktorkatastrophe am 26. April 1986 im ukrainischen Kernkraftwerk Tschernobyl. Bis heute leiden Menschen in den verstrahlten Gebieten an Immunschwäche, Krebs und Missbildungen. Im Niederschlagsbereich der radioaktiven Stoffe lag auch die weißrussische Stadt Stolin.

Sie verbindet seit 1992 eine offizielle Städtepartnerschaft mit Homberg. Hieraus entstand ein Jahr später unter Gründungsvater Michael Dippel der Partnerschaftsverein Homberg-Stolin, mit dem erklärten Ziel eines lebendigen Austauschs - das ist jetzt 20 Jahre her.

Die Vereinsphilosophie führt Joachim Jerosch seit 1999 als Vorsitzender fort: Jährliche Hilfstransporte sowie Erholungsaufenthalte für Stoliner Kinder in Homberg gehören zu den vorrangigen Aufgaben des Vereins.

"Der Verein hat eine solide Basis", sagt Jerosch. Dennoch sei nicht nur die finanzielle Unterstützung von Sponsoren und Förderern wichtig, sondern auch ein tatkräftiges Team. Derzeit gehören dem Verein 125 Mitglieder an.

200 Tonnen Hilfsgüter

Bislang hat der Verein 26 Transporte und somit rund 200 Tonnen Hilfsgüter zu den Menschen nach Stolin gebracht. Ende Mai geht der 27. Transport auf die rund 1500 Kilometer lange Strecke.

"Besonders gebraucht wird in Stolin warme Bekleidung und feste Schuhe, aber auch Babynahrung, Krankenhauszubehör, Hygieneartikel und jegliche Hilfsmittel für alte und kranke Menschen", weiß Jerosch. Für Kindergärten und Schulen stehen vorrangig Spielzeug, Papier und Schultafeln auf der Wunschliste.

Nicht nur Hilfstransporte, sondern auch Erholungsfahrten für die Kinder aus Stolin organisiert der Verein. 320 Kinder nahmen an 16 Fahrten nach Homberg teil. Ein Angebot, dass den Kindern gut tut: "Die Spätfolgen des Reaktorunfalls zeigen sich bei den Kindern besonders in einem schwachen Immunsystem. Der mehrwöchige Erholungsaufenthalt in Homberg wirkt sich positiv aus", weiß Jerosch.

Doch ist dieses Angebot für den Verein auch ein Kraftakt. "Jeder Aufenthalt kostet bis zu 7000 Euro. Für den Verein ist es immer eine große Herausforderung, Spenden dafür zusammen zu bekommen." Nicht nur über weitere finanzielle Unterstützung würde sich der Verein freuen.

Gesucht: Erfahrene Fahrer

Denn das ganze Jahr über brauche mach tatkräftige Unterstützung. So zum Beispiel im Bekleidungs-Sortierteam, außerdem werden erfahrene LKW- und Wohnmobil-Fahrer für den Transport und Busfahrer für den Erholungsaufenthalt ebenso gebraucht, wie Menschen, die sich für die Betreuung der Kinder einsetzen. "Außerdem fehlt uns noch eine Unterkunft für den diesjährigen Erholungsaufenthalt", nennt Jerosch den dringensten Wunsch des Verein.

Wer eine gemeinsame Unterbringung für 20 Stoliner Kinder (8 bis 12 Jahre) in Homberg bieten kann, sollte schnellstmöglich unter Tel. 05681/5211 mit Joachim Jerosch Kontakt aufnehmen.

Von Sigrid Ehl-von Unwerth

Quelle: HNA

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