Für Lennart Glitzenhirn endete die Party mit einem Schock

Zu Gast beim US-Konsulat: Wie ein Schwalmstädter die Wahlnacht erlebte

+
Bei der offiziellen Wahlparty des US-Generalkonsulats in Frankfurt: Lennart Glitzenhirn (zweiter von links) war einer von über 1000 Gästen, in der Mitte der Journalist Lutz van der Horst von der ZDF-heute-Show.

Schwalmstadt. Der Schwalmstädter Lennart Glitzenhirn (17) hatte als einer von 1100 Deutschen und Amerikanern eine exklusive Einladung in den Gibson Club auf der Zeil zur großen Wahlnacht des US-Generalkonsulats in Frankfurt.

Die Partygäste votierten bei ihrer Probewahl am späten Dienstagabend mit 69 Prozent für Hillary Clinton, den Sieger am Ende der Nacht sahen zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 9 Prozent vorne, berichtete der Melanchthon-Schüler.

So seien die Sympathien der Gäste von Anfang an klar verteilt gewesen, selbst die meisten der Trump-Anhänger mit ihren roten Kappen „Make America Great Again“ hätten kaum mit einem Sieg des Milliardärs gerechnet.

Attraktiver fast als das Rahmenprogramm mit Polit-Quiz, Liveband und DJ sei die Anwesenheit des aus der ZDF-heute-Show bekannten Reporters Lutz van der Horst gewesen, der selbst bei der Arbeit gefilmt und fotografiert wurde.

Staunen dann, als gegen 2 Uhr die ersten Ergebnisse aus den USA auf den großen Fernsehbildschirmen erschienen, die Menge realisierte, dass Trump die ersten Staaten gewonnen hatte. Da sei Beunruhigung spürbar geworden, so Lennart Glitzenhirn, „die bis dahin eher entspannte Stimmung in dem Club trübte sich ein“. Nachdem sich die Jazz-Band verabschiedet hatte, sei die Spannung gestiegen, lauschten die Besucher den TV-Kommentatoren auf deutschen und US-amerikanischen Sendern. Die meisten hätten Clinton-Wahlerfolge jubelnd gefeiert, während Trumps Siege in immer mehr Staaten eher kopfschüttelnd zur Kenntnis genommen worden seien.

Gegen 4 Uhr war die offizielle Wahlparty dann zu Ende, schloss der Club - kurz bevor die Führung von Hillary Clinton in Virginia noch einmal Jubel aufbranden ließ.

Doch eine Gruppe von etwa 30 Schülern und Studenten habe spontan beschlossen, die Wahlnacht in einen nahegelegenen Pub zu verlegen und dort den Ausgang zu beobachten. Lennart Glitzenhirn: „Für viele endete diese schlaflose Nacht mit großer Ungläubigkeit und Fassungslosigkeit, da kaum jemand es für möglich gehalten hatte, dass Trump es tatsächlich schaffen könnte.“

Der 17-Jährige hatte die Einladung durch das US-Konsulat bei einem Seminar der Landeszentrale für Politische Bildung erhalten. Um die 15 Prozent der geschlossenen Gesellschaft seien offenbar US-Bürger gewesen, erzählte er gestern weiter, „es war ein sehr, packender Abend mit vielen Gesprächen und Diskussionen“. Zum Schluss seien alle etwas schockiert gewesen, „ich auch“.

Quelle: HNA

Mehr zum Thema

Kommentare