Praxis in Naumburg wegen Krankheit seit langem geschlossen

Patienten spüren schon den Ärztemangel

Naumburg. Der prognostizierte Engpass bei der Versorgung mit Hausärzten ist jetzt in Naumburg spürbar. Seit Ende des vergangenen Jahres ist die Praxis von Dr. Hubert Bußmann wegen Krankheit geschlossen. Damit gibt es derzeit nur eine behandelnde Hausärztin in der Stadt. Wie die Kassenärztliche Vereinigung (KV) auf HNA-Anfrage mitteilte, habe Dr. Bußmann nicht wie sonst üblich einen Vertreter angegeben.

Die KV habe keine Hinweise erhalten, wie lange die Praxis geschlossen bleibe. Nachdem sie von Patienten auf die Situation aufmerksam gemacht wurde, habe die KV den Arzt angeschrieben und warte nun auf Antwort, sagte die Sprecherin Cornelia Kur.

Wegen Krankheit möchte sich Dr. Bußmann derzeit nicht äußern. Seine Ehefrau Ursula von Uslar-Gleichen teilte mit, dass die Praxis voraussichtlich bis Ende März geschlossen bleibe. Die Patienten könnten sich an jede für sie erreichbare Praxis wenden. Die weiterbehandelnden Praxen könnten Befunde anfordern. „Leider bleibt die Befürchtung, dass dieser zwischenzeitliche Engpass in der hausärztlichen Versorgung auf dem Lande erst der Anfang einer weitergehenden Entwicklung ist“, so von Uslar-Gleichen. Diese Entwicklung zeigt sich auch in Habichtswald: Der Allgemeinmediziner Gerhard Thimme aus Dörnberg wird nach eigenen Angaben zum 31. Juni in den Ruhestand gehen. Die Praxis müsse er schließen, sofern er keinen Nachfolger findet. Bislang sei die Suche erfolglos gewesen. „Die anderen Praxen in der Umgebung sind aber alle ausgelastet“, sagt Thimme.

„Ich kann nicht sämtliche Patienten von Dr. Bußmann übernehmen“, sagt Brigitte Hartmann, Hausärztin in Naumburg. Sie behandele daher nur Patienten, die in der Kernstadt wohnen. In den vergangenen Wochen habe es einen Ansturm auf ihre Praxis gegeben. „Eigentlich brauchen wir in Naumburg zwei Hausärzte“, betont sie. Seite 2

Von Stefanie Dietzel

Quelle: HNA

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