Patienten warten oft lange auf einen Termin

Wolfhager Land/Kassel. Wer in Kassel einen Facharzt braucht, muss zum Teil wochen- oder gar monatelang auf einen Termin warten. Das belegen Beschwerden von Patienten in unseren Redaktionen sowie Recherchen der HNA, bei denen wir 20 Mediziner verschiedener Fachrichtungen nach dem nächsten freien Termin gefragt haben.

Auch im Wolfhager Land sind die Facharztpraxen meist überfüllt. Beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt gibt es für Patienten mit akuten Hals- und Ohrenschmerzen erst im Mai wieder freie Termine. Sie müssen sich zudem vorher beim Hausarzt vorstellen und eine Überweisung mitbringen. Auch mit einer schmerzhaften Entzündung am Auge gibt es in einer Augenarztpraxis keinen kurzfristigen Termin. Patienten werden sogar an Ärzte im eigenen Wohnort verwiesen. Zeitnah behandelt werden Patienten mit akuten Beschwerden in einer gynäkologischen Praxis: ein frühestmöglicher Termin innerhalb von drei Tagen.

Manchmal haben Kranke Glück und bekommen schnell einen Termin. Sechs bis acht Wochen Wartezeit sind aber in Kassel der Durchschnitt. „Wir wissen, dass die Wartezeiten sehr unterschiedlich sind“, sagt die Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen, Cornelia Kur. Dafür gebe es mehrere Ursachen. Unter anderem gehe „die ausufernde Bürokratie in den Praxen zulasten der Patientenversorgung“, sagt Dr. Stefan Pollmächer, Vorsitzender der Ärztegenossenschaft Doxs.

Manche Facharztpraxen seien tatsächlich überlaufen, sagt Kur. Ein Beispiel sind die beiden rheumatologischen Praxen in Kassel. Allerdings sei derzeit auch eine neue Bedarfsplanung für die ärztliche Versorgung in Arbeit.

Tipps für Patienten: Vor dem Facharztbesuch ist der Gang zum Hausarzt sinnvoll. Und akute Notfälle dürfen nicht abgewiesen werden – allerdings können die Ansichten mitunter darüber auseinandergehen, was ein Notfall ist. (hei / dag / rax/nsk)

Quelle: HNA

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