Patientenarmband soll Verwechselung verhinden

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Patient mit Armband: von links Walter Kühnel aus Wabern, Pflegedienstleiterin Tanja Admovsky und Dr. Carsten Bismarck im Fritzlarer Krankenhaus.

Fritzlar. Das ist die Horrorvorstellung für Ärtze und Patienten: Zwei Männer heißen Hans Müller, einem soll die Gallenblase entfernt werden, der andere soll am Leistenbruch operiert werden. Und dann werden sie verwechselt.

Passiert ist so etwas im Fritzlarer Hospital zum Heiligen Geist bisher nicht, sagt Chirurgie-Chefarzt Dr. Carsten Bismarck. Dennoch will man vorbauen und mögliche Verwechslungen noch unwahrscheinlicher machen. Dazu wurde ein Patientenarmband eingeführt. Es erinnert an Klebearmbänder, wie sie auch bei Musikfestivals üblich sind. Wenn die Patienten aufgenommen werden, bekommen sie das Armband – es sei denn, sie möchten das nicht.

Auf dem Armband sind der Name und das Geburtsdatum vermerkt. Die Bänder sind wasserdicht und halten auch Desinfektionsmitteln stand, erläutert Pflegedienstleiterin Tanja Adamovsky. Abgenommen wird es erst, wenn die Patienten das Hospital wieder verlassen.

Checkliste hilft

Bei Operationen gibt es schon seit einiger Zeit eine Checkliste, erläutert Bismarck. Mit dieser kann der Patient identifiziert werden, dazu sind verschiedene Details über die OP und die Krankengeschichte vermerkt. Zusammen mit den neuen Armbändern soll die Sicherheit nun noch erhöht werden. Die Checkliste muss immer von einem Krankenhausmitarbeiter gegengezeichnet werden.

Die Mitarbeiter des Krankenhauses hätten es zudem immer häufiger mit demenzkranken Patienten zu tun. Auch da können die Armbänder helfen: Sollte sich jemand zwischen den Stationen verlaufen, können die Mitarbeiter ihn leicht identifizieren und wieder an den richtigen Ort bringen. Es sei gar nicht so selten, dass zwei Patienten mit dem selben Namen im Fritzlarer Krankenhaus lägen, sagt Bismarck. Und bei der großen Anzahl von Operationen und Behandlungen, die mit einer Narkose oder Beruhigungsmitteln verbunden seien, sei Sicherheit eben besonders wichtig.

Innerhalb eines Jahres, von Oktober 2010 bis Oktober dieses Jahres waren das laut Bismarck im Fritzlarer Hospital:

• 3500 Operationen

• 580 Herzkatheteruntersuchungen

• 1300 Endoskopien und

• 100 Gallenuntersuchungen.

Und nun soll es noch unwahrscheinlicher werden, dass dabei der falsche Hans Müller, oder wie immer er heißen mag, operiert wird.

Quelle: HNA

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