Drittes Ostercamp an der Carl-Bantzer-Schule: So viele Schüler wie nie machen mit

Sie pauken trotz Ferien

Individuelle Betreuung und Förderung: In der Gruppe von Stefan Schreiner (Mitte) lernten Fünft-, Sechst- und Siebtklässler, worauf es bei den englischen Pronomen ankommt. Foto: Rose

Ziegenhain. Eine Woche der Osterferien in der Schule zu verbringen, das findet Katharina Schäfer gar nicht schlimm. Besser noch – endlich versteht sie in Mathe manche Dinge besser. „Ich kann gezielter Fragen stellen, und der Lehrer geht stärker darauf ein“, sagt die Zehntklässlerin, die sich mit vielen Mitschülern des Abschlussjahrgangs gerade auf die Prüfungen vorbereitet. Das tun die jungen Leute nicht zuhause, sondern in der Schule: Denn an der Carl-Bantzer-Schule läuft die dritte Auflage des Ostercamps.

64 Schüler – so viele wie noch nie – nutzen die Ferienwoche, um in Fächern wie Deutsch, Mathe oder Englisch ihr Wissen aufzubessern. In Kleingruppen werden Schüler von der fünften bis zur zehnten Klasse individuell betreut und gefördert. Zehn Lehrkräfte organisieren das viertägige Camp.

Nicht nur für Lernschwache

„Sicher haben wir Schülern und Eltern Empfehlungen ausgesprochen, aber es ist nicht so, dass hier nur schlechte Schüler sitzen. Auch viele, die zwischen zwei Noten stehen, wollen ihre Kenntnisse auffrischen“, erklärt die stellvertretende Schulleiterin Heidrun Elborg. Die Resonanz ist so groß wie nie: „Wir hatten mit etwa 30 Schülern gerechnet“, sagt die Pädagogin.

Das Camp biete trotz des schulischen Umfelds neue Möglichkeiten des Lernens: „Wir als Lehrer lernen Schüler so auf eine andere Art und Weise kennen. Durch die Atmosphäre – der Tag beginnt mit Sport und Lockerungsübungen – sind unsere Schüler aufgeschlossener“, hat Elborg beobachtet.

Das Tempo sei auf die einzelnen Bedürfnisse der Kinder ausgerichtet. Positiv sei auch, dass die Schüler im Camp von Lehrern betreut würden, die sie meist nicht im regulären Unterricht hätten. Sich Ziele setzen und diese erreichen: Auch darum geht es in der Trainingswoche. „Wir möchten vermitteln, dass Lernen etwas Schönes ist. Dass es aber auch Einsatz und Aufgeschlossenheit voraus setzt“, erläutert Elborg.

Kaution zum Ansporn

An der Planung beteiligt war unter anderem Frank Müller, der im Ganztagsangebot mitarbeitet. Er hat eine Pinnwand mit Infos und Raumplänen erstellt, damit die Schüler sich gut zurecht finden. Als Anreiz beschreibt er die Kaution, die jeder Teilnehmer zu Beginn des Camps hinterlegen musste: „Die 25 Euro bekommen die Schüler zurück, wenn sie jeden Tag verlässlich da waren.“ Und Heidrun Elborg fügt hinzu: „Das kann ein zusätzliches Taschengeld sein.“ Das Ostercamp ist kostenlos. Nur für das Mittagessen aus der Mensa wird ein Unkostenbeitrag fällig.

Elborg ist davon überzeugt, dass das Camp nicht nur die Persönlichkeit der Schüler stärkt: „Von dem positiven Erlebnis profitieren Lehrer und Schüler.“ Auch im kommenden Jahr soll das Ostercamp angeboten werden. (zsr)

Quelle: HNA

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