Betriebsrätin wird Personalchefin: Mitarbeiter bei Vitos sind empört

Merxhausen. Eine Betriebsrätin wird Personalchefin bei Vitos Kurhessen: Die Personalie Elke Heinemann hat unter den Beschäftigten von Vitos Kurhessen für Wirbel gesorgt. Mehrere Mitarbeiter haben jetzt gegenüber der HNA ihre Skepsis zum Ausdruck gebracht.

In der Redaktion der HNA Wolfhagen haben sich mehrere Mitarbeiter gemeldet, die ihren Unmut darüber äußerten, dass die Ex-Betriebsrätin Elke Heinemann nun Personalchefin ist. Sie möchten aber aus Angst vor personellen Konsequenzen anonym bleiben.

Sorge Nummer eins: Der Interessenskonflikt. So unterschieden sich die Interessen der Mitarbeiter eines Unternehmens deutlich von jenen, die das Unternehmen leiten. Ganz besonders sei das der Fall, wenn ein kommunaler Betrieb wie Vitos die Rechtsform geändert habe und nun als gGmbH wie ein privates Unternehmen geführt werde.

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Dem Betriebsrat komme die Rolle des Interessenvertreters der Beschäftigten zu; nicht selten gegen Geschäftsführung, Personalleitung und leitende Angestellte. „Es liegt in der Natur der Sache, dass man manche Dinge, die man mit dem Betriebsrat bespricht, niemals mit der Personalchefin besprechen würde“, heißt es in einer Mail, deren Absender nicht genannt werden möchte. Der Wechsel von der Arbeitnehmer- auf die Arbeitgeberseite sei problematisch.

„Nicht nur Elke Heinemann muss nun um ihre Glaubwürdigkeit fürchten, sondern der gesamte Betriebsrat. Warum? Weil sich die Frage stellt, ob mit der Anstellung in leitende Position jetzt das Stillhalten des Betriebsrates in heiklen Fragen in den letzten Jahren belohnt wird“, heißt es weiter.

Mitarbeiter: "Klima der Angst" bei Vitos

In den vergangenen Jahren sei bei Vitos „kräftig ausgemistet“, der Konzern auf Zukunftsfähigkeit getrimmt worden. Ein Klima der Angst sei entstanden, langjährige Mitarbeiter hätten Vitos den Rücken gekehrt. Die innerbetriebliche Fortbildung – einst Aushängeschild der Klinik – sei massiv beschnitten worden. „Der Betriebsrat wiegelte ab“, so weiter in der Erklärung.

Elke Heinemann sei zudem ver.di-Vertrauensfrau gewesen. Das Problem des Glaubwürdigkeitsverlusts sei noch größer. Denn mit einer Gewerkschaftsfunktion lege man sich politisch darauf fest, Konkurrenz unter Beschäftigten zu beseitigen und Konflikte mit dem Arbeitgeber an vorderster Front auszufechten.

Eine Betriebsversammlung und Neuwahlen des Betriebsrates seien eine Möglichkeit, das verlorene Vertrauen wieder herzustellen. „Die Beschäftigten können nicht damit rechnen, dass Kandidaten der Ver.di-Liste noch innerhalb der Amtszeit das Lager wechseln.“ (ant)

Quelle: HNA

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