Peter Kodlin aus Jesberg trainiert für härtestes Etappenrennen der Welt

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Er ist richtig gut zu Fuß: Peter Kodlin läuft 70 Kilometer in der Woche. Der Jesberger will im September beim großen Etappenrennen starten, das quer über die Alpen führt.

Jesberg. Wenn man Peter Kodlin treffen will, kann man sich in Jesberg einfach an die Straße stellen – der 47-Jährige joggt eher früher als später vorbei. 70 Kilometer läuft der drahtige Metallbaumeister in der Woche. Und schon bald sollen die Strecken länger werden.

Denn Kodlin trainiert für eines der härtesten Etappenrennen der Welt: den Gore-Tex-Transalpine-Lauf, der in acht Tagen 250 Kilometer quer über die Alpen führt.

Das erstaunt nicht nur alle, denen er von seinem Vorhaben erzählt, sondern auch noch immer ein bisschen ihn selbst. Noch vor sechs Jahren war der Familienvater 15 Kilo schwerer und relativ unsportlich: „Es hat ja früher nicht mal bei den Bundesjugendspielen zu einer Urkunde gereicht.“

Das änderte sich, als er 2007 zu laufen anfing und schnell merkte, welch großes Potenzial er hat. Seitdem rennt Kodlin. Anfangs trainierte er für eine zehn Kilometer lange Strecke – heute bezeichnet er den Kasselmarathon als Vorbereitung für den Transalpine-Lauf im September. Und der ist eine solch sportliche Herausforderung, dass er weit und breit keinen Partner fand, der mit ihm zusammen starten wollte.

Ein Partner ist wichtig

Ein Alleingang ist bei dem Rennen aber nicht vorgesehen, nur Zweierteams dürfen auf die Strecke gehen. Jetzt hat er endlich einen Gleichgesinnten gefunden: in Erding bei München. „Wir haben beide das selbe Ziel“, sagt Kodlin: „Wir wollen nicht einen Etappensieg nach dem anderen hinlegen, sondern einfach nur ankommen.“

Um das zu erreichen, trainiert der selbstständige Metallbaumeister zurzeit noch elf, bald aber 20 Stunden pro Woche. Schwimmen, Radfahren, Laufen steht auf dem Plan. Sein Trainer ist Marcel Krug aus Neuental. Der Lehrer an der Oberurffer Christophorusschule hat ein detailliertes Trainingskonzept erstellt. Und an das hält sich Kodlin ganz genau und minutiös, denn er will beim Start Ende August in der Lage zu sein, vier Stunden lang zu laufen. Und zwar jeden Tag.

Seine Frau Britta unterstützt ihn bei seinen Plänen, sie kann seinen Ehrgeiz gut verstehen – denn auch sie ist begeisterte Läuferin.

Neue Ziele setzen

Die Frage ist nur, was Kodlin machen will, wenn er den Transalpine-Lauf geschafft hat. Es gibt dann keine vergleichbare Herausforderung mehr. Das sei nicht schlimm, winkt der 47-Jährige ab: „Dann habe ich ziemlich alles geschafft, was ich schaffen wollte.“ Das sagt er nicht gerade im Brustton der Überzeugung. Also kann man noch mal nachhaken: Dann also gibt die Sportler-Seele wirklich Ruhe? „Ich hoffe es zumindest“, sagt Kodlin. Das würde aber viele wundern. So schnell geht Kodlin doch garantiert nicht die Puste aus.

Hintergrund: Der härteste Lauf der Welt

Zu Fuß über die Alpen: der achttägige Gore-Tex-Transalpine-Lauf richtet sich an naturbegeisterte und alpinerfahrene Berg-, Marathon-, Triathlon-Läufer und Nordic Walker. Mehr als 600 Läufer starten am 31. August in Zweierteams.

Das Rennen gilt seit seiner Premiere 2005 als eine der größten Herausforderungen für Berg- und Trailläufer. Die Strecke führt in acht Etappen über bis zu 3000 Meter hohe Bergpässe, dabei kommen die Sportler durch vier Länder.

Sie legen in den acht Tagen 250 Kilometer Horizontaldistanz und 15.000 Höhenmeter im Aufstieg zurück. Nur ein kleiner Vorgeschmack: Die „Aufwärmetappe“ wird in Oberstdorf im Allgäu gestartet. Sie ist 34 Kilometer lang und führt im Aufstieg über 2083 Höhenmeter. (bra)

Quelle: HNA

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