Der Theologe Bernd-Peter Jensen hat im Kirchspiel Niederurff bereits seine Arbeit aufgenommen

Pfarrer lässt den Drachen grüßen

Sind ins Niederurffer Pfarrhaus eingezogen: Pfarrer Bernd-Peter Jensen und seiner Ehefrau Dorothea. An ihre Zeit in Afrika erinnert die Giraffe. Foto: Hebeler

Niederurff. Nach einer zweieinhalbjährigen Vakanz herrscht wieder Leben im Niederurffer Pfarrhaus. Pfarrer Bernd-Peter Jensen und seine Frau Dorothea sind dort eingezogen.

Die Orte Niederurff, Oberurff-Schiffelborn und Reptich bilden ohne Römersberg nur noch eine Dreiviertel-Pfarrstelle, doch das reicht den gebürtigen Norddeutschen. Jensen und seine Frau haben viele Jahre in Südafrika als Pfarrerehepaar gearbeitet. Dort haben sie genügend Gelassenheit und Geduld gelernt, um hier mit einer kleineren Stelle und entsprechend geringerem Gehalt auszukommen.

„Ich singe gerne, aber ich singe nicht gerne allein.“

Pfarrer Bernd-Peter Jensen

Viel neues Gedankengut wird mit dem Ehepaar einziehen, denn Niederurff hatte zuvor 30 Jahre denselben Pfarrer. So wünscht sich der neue Seelsorger eine Mitmachkirche, eine Kirche, in der möglichst viele Menschen sich und ihre Stärken einbringen.

Das dürfte kein Problem sein, denn die Niederurffer Kirchenvorstände haben längst bewiesen, dass sie im Notfall die Kirchenarbeit alleine stemmen können.

„Ich singe gern,“ sagt Bernd-Peter Jensen, „aber ich singe nicht gern alleine.“ Da liegt es nun an den Niederurffer Kirchengemeindemitgliedern, ihn zu unterstützen. Da das Ehepaar die flotten Rhythmen aus Afrika im Ohr hat, könnte das durchaus spannend werden.

Pfarrer Jensen ist noch dazu sehr sprachbegabt. Neben den obligatorischen Kirchensprachen Latein, Altgriechisch und Hebräisch erlernte er modernes Englisch in Amerika, Setswana in Südafrika, ein bisschen Chinesisch sowie in seiner vorherigen Pfarrstelle in Wollrode auch ein bisschen hessisches Platt.

Der 49-jährige Theologe besieht sich gern die Welt von oben. Dazu bemüht er sich nicht selbst, sondern einen kleinen Handdrachen, an den er eine Kamera montiert. Wer den bunten Drachen am Himmel sieht, sollte sich gegrüßt fühlen, denn die chinesischen Schriftzeichen auf den Drachenflügeln bedeuten soviel wie „Guten Tag“. Mit dem neuen Pfarrer zieht eine klassische Pfarrersgattin ein, eine Ehefrau, die ganz hinter der Berufung ihres Mannes steht und ihn unterstützt.

Gelernte Buchhändlerin

In Wollrode arbeitete sie im Kindergottesdienst mit und leitete einen Frauenkreis. Als gelernte Buchhändlerin liest sie gern Krimis und ist gerne im Haushalt und im Garten tätig. Dorothea Jensen hat sich gleich in die wunderschöne Landschaft in Niederurff verliebt.

Jensens haben zwei Kinder, die bereits erwachsen sind und ihre eigenen Wege gehen. Dafür bereichern aber Teddy und Daisy, zwei Katzen, den Pfarrhaushalt. (zeb)

Quelle: HNA

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