Pfeiffer will dranbleiben

Tankstelle: Bürgermeister kritisiert Kreis

Ralf Pfeiffer

Bad Emstal. Das Verständnis für die Entscheidung der Raiffeisen-Warenzentrale Kurhessen-Thüringen, die geplante Tankstelle in Bad Emstal-Sand nicht zu bauen, hält sich bei Bad Emstals Bürgermeister Ralf Pfeiffer sehr in Grenzen.

Wie berichtet, hatte die Warenzentrale den Rückzug mit Auflagen der Bauaufsicht begründet, die das Projekt derart verteuern würden, dass es sich nicht mehr rentiere.

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Vor allem die Aussage des Investors, man habe erst nach Stellen des Bauantrags erfahren, dass der Bauplatz im Heilquellenschutzgebiet liegt, ist für Pfeiffer kaum nachvollziehbar. Der Bürgermeister: „Dass das Baugrundstück im Bereich eines Wasserschutzgebietes liegt, ist der Raiffeisen-Warenzentrale und dem Planungsbüro seit spätestens Dezember 2011 bekannt, da wir ihnen zu diesem Zeitpunkt die notwendigen Informationen dazu übersandten.“ Der Bauantrag zur Errichtung der Tankstelle sei am 28. Mai 2013 beim Landkreis Kassel gestellt worden, so Pfeiffer weiter. „Somit dürfte ausreichend Zeit bestanden haben, sich mit den Unterlagen auseinander zu setzen und mögliche Planungsvorgaben zu beachten.“

Seit Jahren habe die Gemeinde gemeinsam mit der Raiffeisen-Warenzentrale daran gearbeitet, die Tankstelle in Sand zu realisieren. In dieser Zeit habe die Gemeinde „alles in unserer Macht Stehende dafür getan, dass dieses Projekt schnell umgesetzt wird“, versichert Pfeiffer.

Dass nun der Bau offensichtlich an den Auflagen des Landkreises als zuständiger Genehmigungsbehörde scheitert, sei „ärgerlich, denn noch vor wenigen Wochen hat uns der Landkreis die vollste Unterstützung zugesagt. Hierauf haben wir uns verlassen und den Aussagen vertraut.“

„Dass das Baugrundstück im Bereich eines Wasserschutzgebietes liegt, ist der Raiffeisen-Warenzentrale und dem Planungsbüro seit spätestens Dezember 2011 bekannt.“

Im Hinblick auf die Wichtigkeit einer Tankstelle für Bad Emstal, stellt Pfeiffer die Frage, „ob die Auflagen in einer Form, die dieses Projekt zum Scheitern bringen, erforderlich waren, oder ob möglicherweise nicht auch durch andere Maßnahmen den Anforderungen des Wasserschutzes hätte Genüge getan werden können“.

Vom Rückzug des Investors habe er aus der HNA erfahren, erklärte der Rathauschef. „Wir hätten uns gewünscht, dass der Vorstand der Raiffeisen-Warenzentrale vor seiner Entscheidung ein Gespräch mit allen Beteiligten geführt hätte“, und zwar mit dem Ziel, gemeinsam nach Wegen zu suchen, das Projekt doch noch zu verwirklichen. Pfeiffer weiter: „Unsererseits gab es in den letzten Wochen mehrfach intensive Bemühungen um eine Kontaktaufnahme, leider war der Vorstand nicht erreichbar.“

Seitens der Gemeinde werde man sich intensiv weiter für den Bau einer Tankstelle einsetzen. Gut möglich, dass man mit der Raiffeisen-Warenzentrale doch noch zum Ziel kommt. Reinhard Stieglitz, Geschäftsführer der Raiffeisen-Warenzentrale hatte gegenüber der HNA erklärt, dass man bereit sei, nach entsprechender Prüfung einen neuen Anlauf an anderer Stelle in Bad Emstal zu unternehmen, „sofern die Rahmenbedingungen stimmen“.

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

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