Meisterschaft im Feldarmbrustschießen  in Wabern

Sie werden auf Kommando mit der Hand gespannt: Die Armbrüste der Wettkämpfer in Wabern schießen lautlos und exakt. Auch Weltmeister in dieser Sportart waren am Wochenende vor Ort. Fotos: Meinicke

Wabern. Drei Stück im Gelben! Marieke Müller war begeistert. Durch den großen Feldstecher ihres Vaters beobachtete sie die Treffer. Saßen die Pfeile in der gelben Mitte der Scheibe, gab das die höchste Punktzahl.

Der Kleinkaliber-Schützenverein Wabern trug die Hessische Landesmeisterschaft im Feldarmbrustschießen aus.

Vom SV Diana Ober-Roden waren zwei Sportgruppen zu Gast. Insgesamt nahmen 15 Teilnehmer an der Ziellinie Aufstellung, darunter drei amtierende und zwei ehemalige Weltmeister, wozu natürlich Heinz-Werner Löwer und Sohn Christian aus Wabern zählten.

„Auch im Publikum sind einige Weltmeister!“ rief Jochen Köhler im Vorbeirennen. Er war für den erfolgreichen Ablauf des Tages verantwortlich. Ein Hupsignal ertönte, die Ampel sprang auf Grün, die weiß gekleideten Sportler nahmen Aufstellung und spannten die 90 Zentimeter breiten Bögen per Hand. Es wurde auf Scheiben im Abstand von 65, 50 und 35 Metern mit insgesamt 90 Pfeilen geschossen.

Gespannt beobachtete auch Manfred Schmidt den Flug der Pfeile. Er baut Feldarmbrüste, ausgerüstet mit feinster Zieltechnik. Für den Körper verwendet er Holz. Doch zunehmend im süddeutschen Raum wird bereits Aluminium eingesetzt. Als ihn jemand „Dr. Armbrust“ nennt, winkt er bescheiden ab.

Viele Sportler bauen sich ihr Gerät selbst. Wie überhaupt bei diesem Sport die individuellen Fähigkeiten gefördert werden. Mentale Ruhe, Konzentration und Körperbeherrschung sind Voraussetzung.

Die für ihre Mannschaft kämpfende, mehrfache Weltmeisterin Ida Schmidt weiß: Der Kopf muss total frei sein. Sie empfiehlt Schwimmen zum Ausgleich. Mit 14 Jahren setzte sie sich gegen ihren Vater durch, um dann derart erfolgreich zu werden.

Wie auch alle anderen an diesem Wettkampftag auf dem Gelände des Waberner Schützenhauses schwärmt auch sie von dieser uralten, schönen Sportart. Es war ein ganz besonderes Ereignis in Nordhessen. Leider blieb es fast unbemerkt. Durch das leise Plop der auftreffenden Pfeile ließen sich nicht einmal die Vögel in den umliegenden Baumkronen stören.

Interessierte können sich jeden Freitag ab 19 Uhr im Schützenhaus Wabern, Ottostraße 1, informieren.

Von Michael Meinicke

Quelle: HNA

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