Pferde helfen bei der Forstarbeit im Oelshäuser Wald

Oelshausen. Winterfesten Spaziergängern bieten sich in diesen Tagen im Wald bei Oelshausen Bilder, die man sonst kaum noch zu sehen bekommt. Wo Maschinen nur Schäden anrichten würden, ist Holzrücker Matthias Rensing mit seinen beiden Pferden Marie und Mira beim Entforsten zugange.

„An einigen Standorten ist es schwierig zu entforsten, ohne Bodenschäden anzurichten“, sagt Uwe Huber, Revierförster in Bad Emstal. Für das ebene, unwegsame Gelände hat das Forstamt daher erstmals den Holzrücker bestellt, der die gefällten Bäume mit Pferden zu einem Waldweg bringt, von wo aus das Holz mit Fahrzeugen abtransportiert werden kann. „Da der Baumbestand an dieser Stelle noch recht jung ist, haben die Pferde nicht sehr schwer zu ziehen“, sagt Huber.

„Die Tiere empfinden das nicht als Arbeit“, sagt Rensing über seine zwölf und sechs Jahre alten Stuten, die abwechselnd im Einsatz sind. „Sie haben sichtlich Spaß daran.“

Ans Herz gewachsen seien ihm seine Pferde. „Das sind meine Freundinnen.“ Schon in seiner Kindheit hat Rensing auf einem Hof gelebt. Die Arbeit mit Pferden kennt der 55-Jährige aus Großalmerode im Werra-Meißner-Kreis von klein auf. Seit gut 20 Jahren lebt er vom Holzrücken.

Marie und Mira sind Rheinisch-Deutsche Kaltblüter, bodenständige Arbeitspferde. Nicht jedes Pferd sei für die Forstarbeit geeignet. „Ein Pfund kann kein Kilo wegbringen“, schmunzelt Rensing.

Das ganze Jahr über ist er im Einsatz, die meiste Arbeit falle jedoch im Winter an. „Wenn mal nichts zu tun ist, wird den Pferden bald langweilig“, sagt der Holzrücker. „Dann laufen sie mir dauernd hinterher.“ Selbst wenn es wie in diesen Tagen regnet und stürmt – die Arbeit macht ihm Spaß, auch wenn es keine leichte Arbeit sei. Nicht das Holz mache das Rücken so schwer. „Man ist den ganzen Tag am Denken“, sagt Rensing. „Und auch das Pferd muss sich konzentrieren.“ Bei „Ok“ laufen sie los, bei „Brr“ bleiben sie stehen. Mit „Ha“ und „Hott“ dirigiert er die Pferde nach Rechts oder Links.

„Für die Feinabstimmung habe ich mir noch mehr Kommandos ausgedacht.“ Er und seine Freundinnen sind ein eingespieltes Team. „Das ist der beste Job, den es gibt. Ich schätze die fehlenden Motorgeräusche.“ Auch wenn Holzrücker wie Rensing lieber mit Pferden arbeiten: „Wir wollen die Maschinen nicht aus dem Wald verbannen.“

Die Pferde sind auf engem Raum sehr wendig, sagt Huber. Zudem werde der Boden geschützt. Es müssten weniger Gassen für den Abtransport in den Wald geschlagen werden. „Die Pferdearbeit macht nur einen kleinen Teil unserer Forstarbeit aus“, so Huber. „Es geht darum, die Arbeit mit Maschinen sinnvoll mit den Pferden zu ergänzen.“

Von Claudia Hempel

Quelle: HNA

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