Industriegebiet Pfieffewiesen: B. Braun und Partner prüfen Öko-Kraftwerksbau

Hier etwa könnte das Holzkraftwerk stehen: Das Industriegebiet Pfieffewiesen, vom Adelshäuser Waldrand aus gesehen. Foto:  Schwarz

Melsungen/Adelshausen. Zwischen Adelshausen und dem Melsunger Industriegebiet Pfieffewiesen gibt es Pläne für den Bau zweier Biomasse-Heizkraftwerke. Deren Betreiber möchte die Produktionsgebäude der B. Braun Melsungen AG als Dienstleister mit Strom und Dampf versorgen, die aus Holz gewonnen werden.

Zwar ist noch nichts in trockenen Tüchern, wie beide Partner betonen. Allerdings hat das Vorhaben am Montag eine landesplanerische Hürde genommen: Der Zentralausschuss der Regionalversammlung Nordhessen hat einstimmig genehmigt, dass das Gelände nahe dem Adelshäuser Waldrand für den Kraftwerksbau genutzt werden darf.

Weil die Fläche von insgesamt 7,4 Hektar (davon 3,5 Hektar eigentliche Gewerbefläche) laut Regionalplan als Vorranggebiet für Landwirtschaft und als Vorranggebiet für besondere Klimafunktionen ausgewiesen ist, war ein Abweichungsverfahren notwendig. Parallel wird bei der Stadt Melsungen die Bauleitplanung vorangetrieben, wie Stadtbauamtsleiter Martin Dohmann auf HNA-Anfrage bestätigte. Voraussichtlich im Sommer werde sich das neu gewählte Stadtparlament mit dem Thema zu beschäftigen haben.

Ein Knackpunkt sei unter anderem die Frage, wie das Gelände ans öffentliche Straßennetz angeschlossen werden solle. Bisher gehen die Überlegungen dahin, dass die anliefernden Holzbrennstoff-Lkw von der B 83 kommend auf Höhe des Sommerbergkreisels einen Weg nutzen sollen, den B. Braun bisher nur als Feuerwehrzufahrt nutzt. Dies halten aber sowohl der Landkreis wie auch das Amt für Straßen- und Verkehrswesen für problematisch.

Laufende Verhandlungen

Mit den ersten Planungsschritten seien „gewisse öffentliche Verfahren angestoßen“ worden, sagte auf Anfrage Alexander Paul vom Öko-Energie-Unternehmen Juwi, das die Anlage für den Kunden B. Braun betreiben würde. Mehr allerdings wollte Paul mit Verweis auf laufende Verhandlungen noch nicht sagen.

„Wir sind im Moment in der heißen Phase, wo Vor- und Nachteile abgewogen werden“, sagte Michael Hausch, bei B. Braun als Projektleiter zuständig. Nach seinen Angaben ist es noch nicht endgültig ausgemacht, ob es zu einer Zusammenarbeit zwischen B. Braun und dem Energielieferanten kommen wird. Derzeit prüfe man, ob sich neben ökologischen Vorteilen auch eine größere Unabhängigkeit und Sicherheit bei der Energieversorgung erreichen lasse. Auch Unternehmenssprecherin Dr. Bernadette Tillmanns-Estorf sagt: „Ein Kraftwerk wird nur dann gebaut, wenn es unternehmerisch und produktionstechnisch auch Sinn macht.“

In Adelshausen werden die Kraftwerksplanungen seit geraumer Zeit mit einiger Skepsis registriert. Etlichen Einwohnern ist es ein Dorn im Auge, dass das Industriegebiet immer näher an ihren Ort rückt.

Quelle: HNA

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