Peter Lohmer entwickelte Dinge, die Handwerkern Arbeit erleichtern

Pfiffiger Maler mit Ideen

Hält Sonne ab: Die Baugerüst-Allwetterschutzplane aus Wachstuch, die am Gerüst befestigt werden kann.

Wasenberg. Peter Lohmer ist ein Tüftler. Der gelernte Maler hat mehrere Konstruktionen entwickelt, die Mitarbeitern im Maler- und Dämmgewerbe die Arbeit erleichtern. „Ich kriege die Ideen immer dann, wenn ich arbeite und mich etwas nervt“, erzählt der Wasenberger, dem die Ideen wie ein Lichtblitz kommen, die er verfeinert, zeichnet, beschreibt, als Muster herstellen lässt und auf die Tauglichkeit in der Praxis testet.

Zumeist sind Peter Lohmers Entwicklungen mit dem Malerberuf verknüpft. Regen- und Sonnenschutz, Schmutzvermeidung und das umweltgerechte Reinigen von Arbeitsgeräten trieben ihn an, sich spezielle Konstruktionen auszudenken.

Tunnel für ein Gerüst

Peter Lohmers größte Erfindung ist eine Art Regendach für ein Gerüst, ein drei Meter langes Stahlgerüst, von einer Plane überspannt. Häufig habe man sich mit Planen beholfen, die man zwischen den Dachziegeln einklemmte. Aber das seien Provisorien gewesen. „Letztes Jahr im Winter kam mir die Idee, einen Tunnel zu machen“, erzählt der 62-Jährige, der wegen einem eingeklemmten Nervs im Knie nun ein Taubheitsgefühl nicht mehr arbeiten kann und arbeitslos ist.

Eine einfachere Konstruktion ist die „Baugerüst-Allwetterschutzplane“, ein 1,40 Meter breites Sonnensegel, das parallel zu den Gerüstbohlen ans Gerüst geklemmt werden kann und sowohl Regen- als auch Sonnenschutz für diejenigen ist, die darunter arbeiten. „Das ist schnell aufgebaut und sehr gut, wenn man länger auf einem Gerüst arbeitet und die Sonne scheint. Ich will ja nicht acht Stunden braten“, sagt er.

Ein befreundeter Rentner, der nähen kann, eine Bauklempnerei in Willingshausen und Freunde halfen ihm, Muster seiner Entwicklungen zu bauen. Teilweise versuchte er auch, seine Erfindungen patentieren zu lassen.

Auch eine Wasserwaage mit beleuchteter Libelle wollte er entwickeln, entdeckte aber im Internet, dass es in Österreich solch ein Produkt bereits gibt. Anlass dazu waren Arbeiten in schlecht beleuchtbarer Umgebung. „So kommt man auf die Ideen“, erzählt der gebürtige Marburger. Als eines von 17 Kindern, von denen noch 15 leben, zog er 1983 nach Wasenberg, wo eine seiner Schwestern wohnte. Deren Freundin war der Grund für seinen Umzug in die Schwalm.

Dort kaufte er ein altes Fachwerkhaus, das er seit 17 Jahren in eigener Regie nach und nach renoviert. Wenn er Zeit hat, malt Lohmer Ölbilder, surrealistische Motive und Architekturlandschaften. Aktuell arbeitet er an einem großen Format mit dem Titel „Einäscherung des deutschen Militarismus“.

Ein weiteres Hobby ist das Lesen. Zum Fernsehen hat Peter Lohmer kaum Zeit. „Ich habe keine Langeweile“, sagt der kreative Handwerker, der gerne Architekt geworden wäre, und schmunzelt.

Von Alexandra Lache-Elsen

Quelle: HNA

Kommentare