Am evangelischen Gemeindezentrum

Pfingstübung der Wolfhager Rettungskräfte

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Auf dem Weg zum Sammelplatz: Alexander Blau (links) und Notarzt André Raum mit Maja Staginnus, die eine der Verletzten während der Pfingstübung spielte.

Wolfhagen. Es qualmt im evangelischen Gemeindezentrum in Wolfhagen. Um Punkt 18 Uhr schlägt der Brandmelder am Dienstagabend Alarm. Es dauert nur wenige Minuten, bis die Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk (THW) und Deutschem Roten Kreuz (DRK) eintreffen.

Die traditionelle Pfingstübung der Wolfhager Rettungsdienste läuft.

Schnell wird klar, was hier los ist. „Wir haben ein komplett verrauchtes Gebäude vorgefunden, sieben Personen sind vermisst“, sagt Lars Wiegand, stellvertretender Wehrführer. Jetzt ist rasches und geistesgegenwärtiges Handeln gefragt. Ein Junge steht hilferufend am Fenster im ersten Stock, hinter ihm zieht dunkler Rauch raus auf die Hans-Staden-Straße.

Unter Atemschutz

Die Drehleiter wird ausgefahren, sechs Trupps stürmen unter Atemschutz ins Gebäude, vier von der Feuerwehr, zwei vom THW. Im dichten Rauch arbeiten sie sich von Raum zu Raum, gar nicht leicht mit der schweren Ausrüstung und ohne freie Sicht. Schnell finden sie die eingeschlossenen Vermissten, tragen die unter Schock stehenden Opfer nach draußen ins Freie.

Sammelstelle für Verletzte

Im Nu eilen Sanitäter herbei, lagern sie auf einer Trage und bringen sie aus dem Gefahrenbereich, um mit der medizinischen Versorgung beginnen zu können. Dafür haben die Ersthelfer des DRK bereits einen Verletztensammelplatz vorbereitet. Jetzt zahlt sich die gute Vorbereitung des perfekt aufeinander eingespielten Teams aus, denn im Ernstfall zählt jede Sekunde.

Diesmal aber ist es nur die alljährliche Pfingstübung der Wolfhager Lebensretter, die seit 1879 dem Bürgermeister der Stadt Wolfhagen die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr demonstrieren soll. Reinhard Schaake macht dann auch einen zufriedenen Eindruck, wie auch die zahlreichen Bürger, die entlang der Hans-Staden-Straße gebannt den Großeinsatz der 40 Feuerwehrleute und jeweils 20 Mitgliedern von THW und DRK verfolgen.

Im Fall der Fälle können sie sich auf die Hilfskräfte des Wolfhager Trios verlassen, das wird bei der Übung klar. Die nämlich sind für alles gerüstet, selbst auf ein mögliches Feuer parallel zur Großübung sind sie vorbereitet.

Pfingstübung der Wolfhager Rettungskräfte

Lars Wiegand: „Wer genau aufgepasst hat, dürfte festgestellt haben, dass einige der Fahrzeuge vor Ort nicht angerührt wurden, die nämlich sind unsere Reserve für einen Realfall, von dem wir nicht hoffen, dass er zeitgleich zur Übung jemals eintreffen wird“.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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