Philipp Klapsing ist Leitender Notarzt

Neu im Team: Dr. Philipp Klapsing aus Wabern ist seit Anfang des Jahres einer von fünf Leitenden Notärzten im Schwalm-Eder-Kreis. Im Bild zeigt er einen Defibrillator. Foto: Dewert

Melsungen. Katastrophen, Terroranschläge, Großbrände und Unglücke mit vielen Verletzten: All das sind Situationen, in denen ein Leitender Notarzt gerufen wird.

Seit Anfang Januar gibt es mit Dr. Philipp Klapsing aus Wabern einen fünften im Landkreis und den ersten im Nordkreis.

Der Landkreis hält bei Notfällen mit mehr als drei Schwerverletzten eine Einsatzleitung Rettungsdienst vor. Mit der Ernennung von Philipp Klapsing soll unter anderem die Dienstbereitschaft entspannt werden, sagt Landrat Winfried Becker.

Der 41-Jährige ist derzeit als Oberarzt der Anästhesiologie im Klinikum Melsungen tätig und hat die Qualifikation Leitender Notarzt im August vor der Landesärztekammer erworben. Ein Leitender Notarzt ist ein Ehrenbeamter und erhält eine monatliche Aufwandsentschädigung in Höhe von 250 Euro.

Ein Leitender Notarzt übernimmt am Unglücksort überwiegend koordinierende Aufgaben. Er verteilt Verletzte in die umliegenden Krankenhäuser, verteilt Aufgaben für die Einsatzkräfte und vieles mehr. Zur Einsatzleitung Rettungsdienst gehört außerdem ein Organisatorischer Einsatzleiter des Kreisverbandes des Deutschen Roten Kreuzes.

Klapsing hat sich seine Sporen in den vergangenen Jahren als Notarzt verdient. „Ich werde auch weiterhin Dienste als Notarzt übernehmen“, sagt der 41-Jährige, der als solcher in Melsungen stationiert ist. Es sei wichtig, im Job drin zu sein. Als Notarzt müsse er regelmäßig wichtige Entscheidungen unter Zeitdruck und Stress fällen. In seiner Funktion als Leitender Notarzt erhalte er deutlich seltener die Gelegenheit, Erfahrungen zu sammeln. Es seien zwar Übungen geplant, aber in tatsächlich kritischen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren, lasse sich nur schwer trainieren. Einen Einsatz als Leitender Notarzt hatte er noch nicht: „Ich werde das sicher nicht locker aus dem Ärmel schütteln, aber ich glaube gut vorbereitet zu sein, und irgendwann ist immer das erste Mal.“

Eine völlig neue Situation wird es sein, sich aus dem unmittelbaren Geschehen herauszuhalten. „Ich bin dann eben nicht mehr für die Erstversorgung von Opfern zuständig. Das wird ungewohnt sein.“

Klapsing stammt aus Wabern und lebt auch wieder dort. In seiner neuen Funktion wird er wochenweise Bereitschaft haben und mit seinem eigenen Auto - samt Blaulicht - zum Unglücksort fahren.

Hintergrund: Die beruflichen Anforderungen und Qualifikationen für einen Leitenden Notarzt (LNA) sind deutlich höher als die eines Notarztes. So muss ein LNA unter anderem eine andauernde ärztliche Tätigkeit im Rettungsdienst seit mindestens vier Jahren nachweisen. Er muss Weiterbildung zur Notfallmedizin der Landesärztekammer Hessen absolviert haben und eine Facharztanerkennung für ein Gebiet mit Tätigkeit in der Intensivmedizin inne haben. Im Schwalm-Eder-Kreis wird ein LNA bei Notfällen mit Kindern und Unglücken mit mindestens drei Schwerverletzten hinzugerufen. Die weiteren LNA im Kreis sind: Dr. Hartmut Lotz, Frielendorf-Allendorf; Dr. Harald Weiher, Schwalmstadt; Dr. Andreas Hettel, Fritzlar und Dr. Michael Niggemeier, Schwalmstadt. Der jüngste Einsatz mit einem LNA war Mitte Dezember bei einem Unfall auf der Autobahn 7.

Quelle: HNA

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