Philipp Rennert ist 18, Christdemokrat und Felsbergs jüngster Stadtverordneter

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Auf sportlichen Sohlen zum Rathaus: Philipp Rennert ist der jüngste Stadtverordnete Felsbergs.

Felsberg. Die Zukunft der Felsberger Konservativen trägt Turnschuhe zur Jeans. Auf sportlichen Sohlen läuft sie zum Rathaus. „Wer will schon auf der Stelle treten?“, sagt Philipp Rennert, jüngster Stadtverordneter Felsbergs.

Klar, Bewährtes wolle er bewahren. Doch der 18-jährige Christdemokrat bejaht den Fortschritt, lauter und entschlossener, als man es von prominenten Parteikollegen kennt.

Im November ist Philipp Rennert 18 geworden, im März haben die Felsberger den Neuling von Listenplatz 9 ins Parlament gewählt. Jetzt ist er mittendrin in der Felsberger Kommunalpolitik: Die Abgeordneten streiten über die Rathaus-Sanierung, sie ringen um Millionenbeträge und Rennert, Mitglied der Ausschüsse Jugendarbeit und Bau und Umwelt, sieht zu. „Wer vorne am Pult steht, steht auf einer Bühne“, hat er beobachtet. Man brauche Mut, im Scheinwerferlicht zu stehen. Bei den ersten Sitzungen hat der 18-Jährige erst einmal hinter dem Vorhang hervorgelinst.

Die Geschichte des Nachwuchspolitikers beginnt schon vor der Premiere im Parlament, am Küchentisch der Familie Rennert. Die Eltern und ihre drei Kinder diskutieren viel über Politik. 2009, im Superwahljahr, sieht er das Duell zwischen Steinmeier und Merkel im Fernsehen. Auf dem Bildschirm vermisst er die Leidenschaft, die er von Diskussionen am Küchentisch kennt. Der Schüler beschließt, nicht mehr nur zuzuschauen. Zur Urne kann er nicht gehen, er ist damals 16. Also geht er ins Internet.

Er will Parteimitglied werden, per Online-Formular. „Auch die Grünen haben mich angesprochen, in manchen Punkten“, sagt er. Doch schon bevor sich Rennert bei junge-union.de anmeldet, ist die CDU seine Partei.

In Gensungen, hinter einem gepflegten Vorgarten, steht sein Elternhaus. Die Mutter ist Erzieherin und sitzt im Kirchenvorstand, der Vater ist Freiberufler. „Sowas muss man bewahren“, sagt Philipp Rennert. Er meint die Familie und christliche Werte. „Nächstenliebe, Verantwortung füreinander, solche Sachen.“ Wenn die Politik etwas schützen müsse, dann das. Trotzdem: „Die Energiewende muss schneller gehen.“ Philipp Rennert ist ein moderner Konservativer.

Fotos zeigen den Schüler neben Peter Ramsauer, Norbert Röttgen und Kristina Schröder. Sie spielen auf Bühnen, die viel größer sind als die im Felsberger Rathaus. Doch auch in die kleinen Rollen, sagt der 18-Jährige, muss man sich hineinfinden. „Gute Jugend- und Kinderbetreuung und massive Einsparungen der Kommune“ hat er sich als Ziele für die Wahlperiode gesteckt. Dafür will er bald seinen Mut zusammennehmen, aufstehen und zum Pult gehen. Vielleicht in Turnschuhen.

Quelle: HNA

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