IWES informierte am Sonntag über die Windmessanlage auf dem Rödeser Berg

100 pilgerten zum Mast

Nothfelden. Ein Forschungsprojekt des Fraunhofer Instituts zur Windeenergienutzung als Ausflugsziel am Sonntagnachmittag: Nach einem anderthalbstündigen Informationsmarathon über die Rolle der Windenergie für den Klimaschutz und die Windenergienutzung im Binnenland geht es endlich hinaus.

Eine Fußprozession vom Nothfelder Dorfgemeinschaftshaus hinauf auf den Rödeser Berg. Von den über 300 Interessenten bei den Vorträgen wollen immerhin noch gut 100 den im Januar fertiggestellten Windmessmast genauer in Augenschein nehmen.

Der etwa 2,5 Kilometer lange Weg lohnt sich, denn auf dem Gipfel erwartet die Interessenten der derzeit höchste Mast für Messungen im Bereich der Windenergie in Europa.

Das Besondere dieses Mastes: Er erfasst Windgeschwindigkeiten alle 20 Meter vom Boden bis in 200 Meter Höhe und ermöglicht damit eine komplette Analyse des Windprofils bis in die Blattspitzen großer moderner Windenergieanlagen. Neben klassischen Windmesssensoren sind am Messmast Ultraschall-Anemometer befestigt, mit denen Windturbulenzen wissenschaftlich untersucht werden können.

Was die Besucher auf dem Rödeser Berg - Windkraftgegner und -befürworter gleichermaßen - überzeugt, ist die Genauigkeit der mit dem Mast durchgeführten Messungen, die die Ertragsprognose an solchen Standorten verbessern und die durch den Wind hervorgerufenen Anlagenbelastungen besser abschätzen.

Ein besonderes Ziel des Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) ist es darüber hinaus, ein so genanntes LiDAR-Fernmessgerät zu erproben, um zukünftig preiswertere Messverfahren zu entwickeln, die auch in komplexem Gelände hohe Messmasten ersetzen können.

Georg Loose aus Niederelsungen fasst die Einschätzung vieler Standortkritiker am Ende der Veranstaltung zusammen: „Es waren Topp-Informationen, aber ich möchte auch weiterhin hier eigentlich keine Windräder.“

Von Ludger Verst

Quelle: HNA

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