Begegnung mit fünf Hauptstücken des Katechismus

Pilgerweg auf Paradeplatz in Ziegenhain eröffnet

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Werbung für den neuen Pilgerweg.

Ziegenhain. Scharen von Menschen strömten am frühen Sonntagabend zur Eröffnung des Pilgerweges auf den Paradeplatz in Ziegenhain. Der Weg ist 21 Kilometer lang und bietet Begegnung mit den fünf Hauptstücken des Katechismus an.

Fünf Kirchen rund um Ziegenhain - Loshausen, Treysa, Trutzhain und Niedxergrenzebach - laden zum Pilgern mit dem Katechismus ein. Anlass gibt die von Martin Bucer im Jahre 1539 initiierte Ziegenhainer Zuchtordnung, die als Wiege der Konfirmation gilt.

Dekan des Kirchenkreises Ziegenhain Christian Wachter begrüßte die Gäste und freute sich über den lebendigen Austausch. „Die Gemeinden und die Kreiskantorei haben sich der Aufgabe kreativ angenommen. Wir wollen vom Glauben reden und vom Glauben singen.“ Bischof Dr. Martin Hein erklärte: „Der Glaube ist ein Geschenk. Und der Katechismus quasi die Gebrauchsanweisung.“ Auf dem neuen Pilgerweg sei es gelungen, das elementare Kernstück modern und zeitgemäß zu präsentieren.

„Hier können wir mit Fuß, Herz, Hand und Mund lernen, was wir glauben“, verdeutlichte der Bischof. Die Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung sei als besonderes Dokument der Reformation ein „Geschenk Hessens an die Welt“. Die Konfirmation sei alles andere als veraltet: „Sie ist ein Erfolgsmodell. 95 Prozent der jungen Leute, die getauft worden sind, lassen sich auch konfirmieren.“ Der Pilgerweg gebe neue Impulse des Glaubens. Er sei gleichwohl ein Experiment, ein Versuch, zu den Wurzeln des Glaubens zurück zu kehren. Landrat Frank-Martin Neupärtl lobte, dass die Kirchenreformatoren damals klug und weitsichtig gehandelt hätten: „Die Schwalm war Vorreiter für Deutschland und Europa.“ Der Pfad belege die Sakramente nun neu und mache den christlichen Glauben erlebbar.

Katechismus auf dem Weg: Pilgerweg ist eröffnet

„Es geht darum, die Konsequenzen des Glaubens zu buchstabieren - Menschen stärken, Sachen klären“, sagte Dr. Helmut Umbach vom Diakonischen Forum Schwalm-Eder. Segenswünsche überbrachten weiterhin Bürgermeister Dr. Gerald Näser, Heidrun Englisch (Tourismusservice Rotkäppchenland) und Wilfried Porada aus der unmittelbaren Nachbarschaft, der JVA. Für die feierliche Musik sorgten 60 Bläser unter der Leitung von Ulrich Reuter.

Im Anschluss fand der Glaube Ausdruck in der Musik: Dekan Christian Wachter und Prälatin Marita Natt gestalteten den Festgottesdienst in der Schlosskirche. Ihnen zur Seite standen der Landesposaunenwart Ulrich Rebmann und sein Auswahlbläserchor sowie die Sänger der Kreiskantorei unter der Leitung von Bezirkskantor Jens Koch.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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