300 km/h schneller Spezialhubschrauber: Auftritt des amtierenden Speed-Weltmeisters

60 Piloten aus ganz Deutschland bei Modellbau-Helicopter-Meeting in Wolfhagen

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Abgehoben: John Kruger aus Felsberg mit seiner Bell 206. In das Modell investierte er rund 6000 Euro und 150 Arbeitsstunden. 

Wolfhagen. Dass die Freiheit über den Wolken grenzenlos sein muss, ist nicht nur eine alte Fliegerweisheit, sondern hat sich seit dem von Reinhard Mey gesungenem Lied auch bei Nichtpiloten verinnerlicht.

Die Faszination des Fliegens konnte man jetzt zwei Tage lang wieder auf dem Fluggelände Graner Berg der Luftsportvereinigung (LSV) Wolfhagen genießen. Wenn auch nur im Miniaturformat. Denn zum dritten Mal veranstaltete dort die LSV-Modellbaugruppe in Kooperation mit der Heli-IG Kassel ein Helicopter-Meeting.

Über 60 Piloten aus ganz Deutschland und den Nachbarländern waren gekommen, um mit ihren selbst zusammengebauten Hubschraubern mit den unterschiedlichsten Antriebstechniken – Verbrennung, Elektro, Düsentriebwerk – ihr Hobby einem großen Publikum bei freiem Eintritt zu präsentieren.

Rettungshubschrauber im Kleinformat: Die beiden Wolfhager Nick (links) und Tim waren begeistert von dem Hubschrauber Christoph 7 der Luftrettung.

Unter den Piloten war auch der 47-jährige hauptamtliche Rettungsassistent John Kruger aus Felsberg, der zum zweiten Mal in Wolfhagen eines seiner drei Modelle in die Luft steigen ließ: einen US-Luftrettungshubschrauber vom Typ Bell 206 L. Insgesamt investierte er dafür rund 6000 Euro und benötigte 150 Arbeitsstunden, bis der Hubschrauber startklar war. Vor wenigen Wochen musste er noch einmal 150 Stunden akribische Feinarbeit nach einem Flugunfall leisten. Kruger: „Nach Feierabend, die Dunkelheit war schon eingebrochen, ließ ich die Bell vom eigenen Garten aus einige Runden drehen, übersah beim Landeanflug aber die Wäscheleine. Beim Absturz wurde dabei das gesamte Heck abgerissen.“

Speed-Weltmeister

Hingucker gab es beim dritten RC-Helicopter-Meeting auf dem Graner Berg jede Menge. Als zum Beispiel Miles Dunkel seinen Helikopter Diabolo S über das Fluggelände brettern ließ, mussten die Besucher schon ganz genau hinschauen, um die Maschine nicht aus den Augen zu verlieren. Denn mit der Diabolo S kürte sich Miles Dunkel in diesem Jahr zum amtierenden Speed-Weltmeister mit einer Dauergeschwindigkeit von 282,65 Kilometer pro Stunde, wobei in kurzen Flugpassagen sein Spezialhubschrauber auch weit über 300 Sachen erreichte.

Hingucker in Blau-Rot-Weiß: Maurice Lumm aus Kassel macht seine Kunstflugmaschine Extra 330 startklar.

Ein weiterer Publikumsliebling war auch Maurice Lumm aus Kassel mit seinem Flächenflugzeug Extra 330 mit Elektroantrieb und einer Flügelspannweite von fast drei Metern. Damit zeigte er Kunstflugfiguren. Den absoluten Höhepunkt der Veranstaltung erlebten die Besucher aber am Samstag nach Einbruch der Dunkelheit. Da stiegen die Kopter beladen mit Feuerwerkskörpern in den Abendhimmel, die in der Luft abgeschossen wurden und das Fluggelände in ein buntes Lichtermeer verwandelten.

Verschiedene Fachaussteller und eine mit Sachpreisen im Gesamtwert von über 2500 Euro bestückte Tombola rundeten das Helicopter-Meeting am Graner Berg ab.

Quelle: HNA

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