Bei Pilotprojekt untersuchen WFS-Schüler Flora und Fauna des Rohrbergs

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Notierten akribisch jeden Fund: Gut 40 Schüler der WFS waren beim Projekttag am Rohrberg nahe Burghasungen dabei.

Wolfhagen/Zierenberg. Nesselblättrige Glockenblume, großes Hexenkraut, einblütriges Perlgras und Rotbuchen - akribisch werden diese Pflanzennamen und ihre Deckungsdichte auf einem Beobachtungsbogen notiert. Hier sind keine Forstarbeiter am Werk, sondern Zwölftklässler der Wolfhager Wilhelm-Filchner-Schule (WFS).

Gemeinsam mit ihren fünf Biolehrern sind sie am Rohrberg zwischen dem Bärenberg und Burghasungen unterwegs, um ihre pflanzenkundlichen Kenntnisse in der Praxis anzuwenden.

Bevor es aber an die Bestimmung der Pflanzen ging, wanderten die etwa 40 Schüler vom Parkplatz an der Straße zwischen Wenigen- und Burghasungen auf den Rohrberg. Mit Peter Krause, einem ehemaligen Förster, und Volker Schäfer, der während seines Studiums dort forschte, hatten sie zwei Ortskundige an ihrer Seite, die sie mit der Geographie und Geschichte des Berges vertraut machten. Danach wurden die Schüler in Gruppen aufgeteilt und mussten in einem zehn Quadratmeter großen Areal die Pflanzen mit Hilfe von Fachbüchern und ihrem Lehrer bestimmen und die Deckungsdichte ermitteln. Außerdem wurde der PH-Wert des Bodens bestimmt und am Ende die ersten Ergebnisse verglichen.

Nicht jeder war von der Idee, stundenlang durch den Wald zu laufen, gleich begeistert, das gibt auch Schüler Lukas Nelle zu, aber: „Die Pflanzenbestimmung macht doch Spaß“. Auch seine Mitschülerin Anne Krassowsky ist von dem Pilotprojekt überzeugt: „Es ist schön, die Sachen nicht nur im Unterricht zu hören, sondern auch mal praktisch anzuwenden“. Außerdem findet die 18-Jährige die Idee gut, dass zukünftige Schülergenerationen an gleicher Stelle jedes Jahr nachforschen, um die Artenvielfalt und Veränderung des Lebensraumes Wald im Langzeittrend darstellen zu können.

Denn wenn das Pilotprojekt erfolgreich ist und Spaß macht - und danach sieht es aus - soll die Exkursion an den Rohrberg fester Bestandteil des Ökologieunterrichtes werden, sagt Lehrer Schäfer.

Das Gebiet eigne sich hierzu besonders gut, da auf einer relativ kleinen Fläche viele verschiedene Böden und Arten zu finden seien. Ziel des Projektes ist laut Schäfer nicht nur die Schüler raus in die Natur zu locken, sondern sie am praktischen Beispiel die ökologischen Zusammenhänge erkennen zu lassen und sie an das wissenschaftliche Arbeiten heranzuführen. „Und natürlich wollen wir sie auch für den Lebensraum Wald begeistern“, ergänzt Kollege Krause.

Das scheint gelungen, denn in den Worten von Daniel Veller (17): „Es hat mich doch überrascht wie schön es hier eigentlich ist“.

Von Michaela Pflug

Quelle: HNA

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