Piloten aus ganz Deutschland sind zur Kunstflugwoche nach Ziegenhain gekommen

Pirouetten in luftiger Höhe

Erfahrener Pilot: Der Schwalmstädter Fluglehrer Klaus Kahler ist einer der Initiatoren der Ziegenhainer Kunstflugwoche. Fotos: Kostudis

Ziegenhain. Am Himmel über Schwalmstadt sind wieder zahlreiche Segelflieger zu sehen. Denn auf dem Flugplatz der Flugsportvereinigung Schwalm in Ziegenhain findet aktuell die 13. Kunstflugwoche statt. Noch bis zum Samstag absolvieren angehende Kunstflieger hier ihre Grundausbildung und erfahrene Piloten anspruchsvolle Trainingsflüge.

Die 19 Teilnehmer werden dabei von einem Team von Fluglehrern angeleitet. Einer von ihnen ist der Schwalmstädter Klaus Kahler. „Die Anwärter auf den Kunstflugschein absolvieren vier bis fünf Flüge am Tag.“ Dabei fliegen sie anfangs gemeinsam mit ihrem Lehrer in Doppelsitzern, am Ende der Woche sitzen sie dann allein im Cockpit und legen eine Prüfung ab.

Um diese zu bestehen, müssen sie unter strenger Beobachtung ein Programm fliegen, das verschiedene Figuren beinhaltet, unter anderem den sogenannten Rückenflug, bei dem der Flieger auf den Kopf gestellt wird. Durch die kleine Teilnehmerzahl und die intensive Betreuung erhalten am Ende der Woche in der Regel alle Prüflinge ihre Kunstflugberechtigung.

Für Klaus Kahler und die fünf weiteren Fluglehrer ist die Veranstaltung eine Herzensangelegenheit. „Wir sind alle ehrenamtlich hier, viele haben Urlaub genommen, um dabei sein zu können.“

Kein Konkurrenzdenken

Einige Teilnehmer kommen schon seit Jahren wieder. „Hier gibt es kein Konkurrenzdenken, uns alle verbindet eine feste Freundschaft“, erzählt Kahler.

Den besonderen Reiz des Kunstfliegens erklärt Christian Mehl aus Gedern (Vogelsbergkreis), der im vergangenen Jahr seinen Schein erworben hat und nun wieder mit dabei ist: „Da man keinen Motor hat, muss man sich seine Höhe erarbeiten. Das ist eine große sportliche Herausforderung. Und natürlich macht es Riesenspaß.“ Der Warburger Lehramtsstudent Philipp Gerlach hat seinen Schein vor zwei Jahren erworben. „Manchmal fühlt man sich fast schwerelos, ein unglaubliches Gefühl“, beschreibt der 27-Jährige seine Eindrücke.

Respekt ist immer da

Nicht nur aufgrund der aktuellen Segelflug-Unfälle steht das Thema Sicherheit an erster Stelle, wie Klaus Kahler betont. Die Flugzeuge würden regelmäßig geprüft, jeder gehe sein Programm vor dem Start noch einmal Schritt für Schritt durch. „Und egal, wie lange man schon fliegt. Der Respekt bleibt immer da.“

Von Anton Kostudis

Quelle: HNA

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